Anti-Faschismus-Kampagne So wehren sich Gestalter gegen rechte Gewalt

Montag, 25. Januar 2016
Motiv von Eike König
Motiv von Eike König
Foto: Vito Bica

Während die Stimmung in Deutschland vielerorts bedenklich nach rechts kippt, gibt es auf der anderen Seite immer mehr Initiativen, die sich genau dagegen auflehnen. Vorige Woche erst sorgten Ogilvy und der Verein Gesicht Zeigen! mit ihrem Buch „Mein Kampf - gegen Rechts“ für Aufmerksamkeit. Jetzt folgt eine Plakat-Initiative, an der sich gleich mehrere namhafte Designer und Werber beteiligt haben.

Plakatentwurf von Kampagnen-Initiator Vito Bica
Plakatentwurf von Kampagnen-Initiator Vito Bica (Bild: Vito Bica)
Branchengrößen wie Mirko Borsche, Fons Hickmann, Eike König und der bekannte Fotograf Oliver Rath sind ebenso dabei wie die Berliner Agentur Dojo. Sie alle folgten dem Aufruf des Berliner Designers Vito Bica, Plakate gegen Rassismus und Antisemitismus zu entwickeln. Bica, der in der Vergangenheit als Freelancer für Agenturen wie DDB, Jung von Matt, Ogilvy und Razorfish tätig war, zeigt die Plakatentwürfe bereits seit voriger Woche auf der Website Wirsindeinvolk.com. Die mehr als 20 Motive sollen außerdem gedruckt und in der Hauptstadt plakatiert werden. Die "visuellen Keulen gegen Rechts", wie Bica die Plakate auf der Website bezeichnet, werden außerdem im Rahmen einer Ausstellung mit begleitender Buchdokumentation zur Geltung kommen. Hierbei wird Bica von ABC Medien in Heidelberg unterstützt. Die Vernissage soll im April in Berlin stattfinden.

Motiv der Berliner Agentur Dojo
Motiv der Berliner Agentur Dojo (Bild: Vito Bica)
Zu seiner Motivation für die Initiative sagt der Gestalter: "Im letzten Jahr musste ich, wie viele andere, mit Schrecken die Entwicklungen von AfD, Pegida und anderen Gruppierungen beobachten. Die sägen gerade kräftig der der Mitte der Gesellschaft. Das geht nicht. Deshalb haben wir beschlossen, dagegenzuhalten." Dominic Czaja, Geschäftsführer der Agentur Dojo ergänzt: "Wir arbeiten mitten im Swingerclub der Kulturen, 
hier verbringen wir unsere Mittagspause beim Sudanesen und kaufen unser Sterni beim Türken. Wie Kreuzberg von seinen multikulturellen Einwohnern profitiert, profitiert Dojo von seinen Mitarbeitern und deren Herkunft. Jeder Einfluss trägt was zu unseren Möglichkeiten bei. Und diese Möglichkeiten wollen wir wiederum auch einsetzen, um Integration und Toleranz zu fördern. Ein Perpetuum Mobile der Arbeitskultur also."
Motiv von Eike König
Motiv von Eike König (Bild: Vito Bica)
Ähnlich wie Ogilvy, die bei ihrem Buch gezielt den Titel "Mein Kampf" und eine Frakturschrift gewählt hat, arbeiten auch die Gestalter bewusst mit "rechten" Farben und "rechtem" Jargon, "also den visuellen und sprachlichen Grundelementen der Nationalsozialisten, um sie gegen die neuen Rechten zu verwenden", so Bica. bu 
Motiv von Fons Hickmann
Motiv von Fons Hickmann (Bild: Vito Bica)

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