Aktion Mensch Kolle Rebbe und das erste Mal der ganz besonderen Art

Mittwoch, 25. März 2015
"Das erste Mal" zeigt anfängliche Berühungsängste zwischen Menschen - ehe der Film eine wunderschöne Wendung nimmt
"Das erste Mal" zeigt anfängliche Berühungsängste zwischen Menschen - ehe der Film eine wunderschöne Wendung nimmt
Foto: Screenshot Youtube

Seit einigen Tagen kursiert ein Film im Internet, in dem es um unerwartete Begegnungen zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen geht. Fast sechs Minuten ist er lang – so viel Geduld müssen die Online-User erst mal aufbringen. Doch es lohnt sich: Der Clip ist zwar weder außergewöhnlich spektakulär, noch drückt er auf die Tränendrüse oder strapaziert die Lachmuskeln, aber es ist gerade diese Unaufgeregtheit, die ihn zu etwas Besonderem macht. Genauer gesagt: zu einer ganz besonderen Werbeaktion für die Aktion Mensch.
Mit dem Auftritt setzt die private Förderorganisation für soziale Zwecke ihren kommunikativen Richtungswechsel fort, den sie 2014 mit der Jubiläumskampagne zu ihrem 50. Geburtstag eingeläutet hat. Seither werden die bisher getrennt geführten Bereiche Aufklärung und Lotterie in einer Kampagne zusammengefasst. Verantwortlich dafür ist die Hamburger Agentur Kolle Rebbe. Herzstück des crossmedialen Auftritts ist besagter Onlinefilm, den bis lang mehr als 175 000 Menschen angeklickt haben. Er erzählt die klassische TV- und Printkampagne nicht etwa weiter, sondern beschreibt deren Entstehungsgeschichte. Zu sehen ist eine Casting-Situation, wie sie im Vorfeld von Werbeproduktionen durchaus üblich ist. Allerdings: Die Menschen ohne Behinderungen waren im Vorfeld nicht darüber informiert, dass sie auf Menschen mit Behinderungen treffen und mit ihnen interagieren würden. Umgekehrt gilt das Gleiche. Die Folge: Der Zuschauer kann unverfälscht die anfänglichen Berührungsängste der Protagonisten wahrnehmen - ehe der Film eine wunderschöne Entwicklung nimmt.

Das bewegende Material soll den Menschen vor Augen führen, "wie Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen unser Leben bereichern können", so Stefan Wübbe, Geschäftsführer Kreation bei Kolle Rebbe. Ziel sei es, das Thema Inklusion in der Öffentlichkeit zu platzieren und das Bild von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft zu verändern. Weitere Interview-Filme mit den Casting-Teilnehmern gibt es auf einer eigens eingerichteten Microsite. Zudem begegnen einige Darsteller aus "Das erste Mal" dem Zuschauer auch in der klassischen TV-Kampagne, die bereits seit rund zwei Wochen läuft (siehe Spots unten).

Für die Produktion des Films zeichnet Tempomedia verantwortlich, Regie führte Jan-Hinrik Drevs. Die Musik stammt von Sizzer in Amsterdam. Ebenfalls im Casting wurden die Darsteller für die Printkampagne gefunden, die Fotograf Per Kasch inszeniert hat. Vorrangiges Ziel der TV-Spots und Printmotive ist es, Lose für die Lotterie der Aktion Mensch zu verkaufen. Abgerundet wird die Kampagne mit Dialogmaßnahmen, für die Jahns & Friends verantwortlich ist. Um die Mediaplanung kümmert sich Crossmedia. bu/tt

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