Offiziell WPP steigt bei Hirschen Group ein / JWT wird internationaler Partner

Montag, 15. Juni 2015
Guter Dinge: Das Leaderboard der Hirschen Group
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Foto: Hirschen Group
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WPP Hirschen Group Martin Sorrell JWT


Leser von HORIZONT Online wissen es seit Sonntagmittag. Jetzt kommt die offizielle Bestätigung. Die britische Werbeholding WPP steigt bei der Hirschen Group ein. Der von CEO Martin Sorrell geführte Konzern erwirbt eine Minderheitsbeteiligung, nach unseren Informationen in Höhe von 49 Prozent. Die Beteiligung startet nach der Freigabe durch die Kartellämter. Für das internationale Geschäft kooperiert die Hirschen Group mit dem WPP-Netzwerk J. Walter Thompson.
In einem internen Schreiben stellt die bislang inhabergeführte Gruppe den Deal nicht als Übernahme dar. Vielmehr handele es sich um eine Minderheitsbeteiligung eines strategischen Investors, mit der man drei Ziele verfolge: Investitionen in kommunikative Zukunftsdisziplinen wie Digital, Content, Campaigning und Consulting, Investitionen in die eigenen Agenturmarken und Investitionen in den Ausbau des Partnermodells. Auch in der offiziellen Pressemitteilung wird unterstrichen, dass die Gruppe weiterhin unabhängig und inhabergeführt bleibt. "Die unternehmerische Verantwortung liegt weiterhin in den Händen der sieben Partner der Hirschen Group", heißt es offiziell. Dass WPP - außer Geld zu überweisen - keine Erwartungen an den Deal knüpft, ist allerdings eher unwahrscheinlich. International wird die Hirschen Group mit dem WPP-Netzwerk J. Walter Thompson zusammenarbeiten. Dadurch habe man mehr Chancen auf internationale Kampagnen und Arbeiten sowie nicht zuletzt auf internationales Neugeschäft. "Was wir wollen, ist, das Beste aus zwei Welten zu verbinden: die Unabhängigkeit, Schnelligkeit, Kreativität und Flexibilität einer inhabergeführten Agenturgruppe und die Größe, Bekanntheit und internationale Aufstellung von JWT", so die offizielle Version der Agentur gegenüber den Mitarbeitern. Was aus dem eigenen internationalen Verbund "The golden Dudes" wird, den man Ende 2013 gestartet hat, wird nicht erwähnt. Auch davon, dass die Hirschen-Chefs sich darum kümmern sollen, die vor sich hindümpelnde deutsche JWT-Niederlassung wieder flottzumachen, ist offiziell nicht die Rede. "Die Agenturen der Hirschen Group agieren weiterhin selbständig und unabhängig von JWT in Deutschland", heißt es in der Pressemitteilung. Beobachter gehen aber davon aus, dass das Management um CEO Martin Blach auch ein Auge auf die Aktivitäten der Schwesterfirma werfen soll. Blach hatte sich bis zuletzt als Kritiker von Networks und internationalen Werbeholdings positioniert. Jetzt holen er und seine Kollegen mit WPP den größten Werbekonzern der Welt an Bord. mam
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