Agiles Arbeiten Mitarbeiter von Dentsu Aegis können arbeiten, wo und wann sie wollen

Montag, 04. September 2017
Ulrike Handel, CEO bei Dentsu Aegis Network in Deutschland, setzt "Agile Work" in ihren AaAgenturen um
Ulrike Handel, CEO bei Dentsu Aegis Network in Deutschland, setzt "Agile Work" in ihren AaAgenturen um
Foto: Dentsu Aegis

Das Agenturnetzwerk Dentsu Aegis geht den nächsten Schritt bei der Umsetzung seines „Agile Working“-Konzepts: Die Mitarbeiter von Agenturen und Dienstleistern wie Carat, iProspect, Isobar und Vizeum können künftig ihren Arbeitsplatz frei wählen und ihre Arbeitszeit zudem flexibel und standortunabhängig im Zuge einer Gleitzeitsystematik organisieren. Starre Kernarbeitszeiten gehören im gesamten Netzwerk an den Standorten Augsburg, Düsseldorf, Hamburg, München und Wiesbaden damit der Vergangenheit an.

Die Beschäftigten können nun im Rahmen ihrer  individuellen Wochenstunden Arbeitsbeginn und -ende grundsätzlich an allen sechs Werktagen frei wählen. Zudem wird jede Überstunde automatisch auf einem Zeitkonto gutgeschrieben. Die Mehrarbeit kann anschließend flexibel von den Mitarbeitern abgegolten oder in Form von insgesamt drei freien Tagen pro Quartal sowie an drei weiteren sogenannten Flexi-Tagen pro Jahr abgebaut werden. Um die ihnen auch zu ermöglichen, den Arbeitsplatz frei zu wählen, wurden die Mitarbeiter mit technisch adäquatem Equipment ausgestattet und haben laut Dentsu Aegis uneingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten nach höchsten Sicherheitsstandards.

Warum und wie Ulrike Handel, CEO bei Dentsu Aegis Network Deutschland, das Konzept umsetzen will, erklärt die Chefin im Interview mit HORIZONT.

Welche Herausforderung stellt das Konzept des „Agile Working“ an die Führungskräfte bei Dentsu Aegis?
Mich hat es zunächst einmal sehr gefreut, dass die Weichen für ein moderneres Arbeitsumfeld bereits gestellt waren, als ich im April zu Dentsu Aegis Network kam. „Agile Working“ ist in aller erster Linie ein mentales Umdenken und kultureller Veränderungsprozess, der alle und damit auch unsere Führungskräfte einschließt. Wir wollen damit individuelle ‚Mindset‘ verändern: Offen sein für Neues und sich auch von Gewohnheiten lösen. Vor allem aber geht es darum, dass unsere Führungskräfte ihre Teams in eine starke Rolle der Eigenverantwortung entwickeln, ihnen Freiräume und Gestaltungsspielraum geben. Ein zentraler Aspekt ist Vertrauen. Mit diesem Ansatz stellen wir sicher, dass wir uns als Beratungsunternehmen in Qualität und Innovation richtig aufstellen.

Wie wurden die Führungskräfte auf dieses flexible Konzept vorbereitet?
Schon vor Einführung des gänzlich flexiblen Arbeitszeitenmodells gab es bei Dentsu Aegis Network punktuelle Maßnahmen und Veränderungen in den Rahmenbedingungen, die uns auf das neue Konzept vorbereitet haben. Insofern sind wir in diesem Jahr nicht von Null gestartet. Analog zu den Anforderungen durch die digitale Veränderung werden Strukturen und Prozesse immer flexibler, daran arbeiten insbesondere unsere Führungskräfte entscheidend mit. Insofern war es genau der richtige Zeitpunkt, um einen größeren Schritt zu gehen und Flexibilität verbindlich und konsistent über alle Standorte hinweg einzuführen. Darüber hinaus haben wir mit unseren Führungskräften Schulungen durchgeführt, die neben dem kulturellen Aspekt gezielt auch im arbeitsrechtlichen Kontext sensibilisieren. Mag konträr klingen – ist in Deutschland aber nicht unwesentlich.

Was müssen Mitarbeiter mitbringen, die in einem solch flexiblen Arbeitsumfeld zurecht kommen?
Wir möchten Talente für uns und ein spannendes Umfeld begeistern: Wir wünschen uns Mitarbeiter, die offen sind, verantwortungsbewusst agieren und unternehmerisch denken. Natürlich spielt auch Flexibilität eine wichtige Rolle – sowohl im Hinblick auf Arbeitsort- und zeiten, aber auch, was die Themenvielfalt, z.B. im Zuge von Marktveränderungen, anbelangt. Was wir jedoch nicht vergessen dürfen: Trotz des höheren Maßes an Unabhängigkeit durch das neue Konzept, ist die Zusammenarbeit in sozialen Strukturen, also der Austausch mit den Kollegen vor Ort und enge Zusammenarbeit, weiterhin ein zentrales Element in unserem kreativen Branchenumfeld. Hier gilt es für jeden Einzelnen, das richtige Gespür und die richtige Balance zu finden.

Betrifft das Konzept alle Arbeitsgebiete oder ist es bei bestimmten Abteilungenoder Positionen nicht umsetzbar?
Grundsätzlich betrifft unser flexibles Konzept jeden einzelnen Mitarbeiter von Dentsu Aegis Network Deutschland. Natürlich gibt es Funktionen, auf die das Konzept nicht zu 100 Prozent anwendbar ist und bei denen zum Beispiel physische Präsenz Bestandteil des Jobs ist wie beim Empfang oder unserem Onsite-IT-Support. Dennoch ist es positiv zu beobachten, in wie vielen Bereichen unseres Unternehmens das Konzept bereits greift.

Was erhofft sich Dentsu Aegis von der Einführung des Agile-Working-Konzepts?
Vor allem möchten wir Eigenverantwortung bei unseren Mitarbeitern fördern, indem wir gleichzeitig Freiräume schaffen. Davon soll langfristig natürlich auch der Kunde durch Qualität und Innovation profitieren. Mit Blick auf den Arbeitsmarkt wollen wir die besten Talente – unsere eigenen sowie potentielle Neueinsteiger – für unsere Projekte und Herausforderungen begeistern. Die Umsetzung unseres Konzepts ist also ein wichtiger Schritt auf dem Weg in ein zunehmend digitales und agiles Arbeitsumfeld.  Interview:ems

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