Agenturverbände Employer-Branding-Kampagne "Komm in die Agentur" geht 2018 weiter

Mittwoch, 01. November 2017
GPRA-Präsidentin Christiane Schulz zieht eine positive Bilanz
GPRA-Präsidentin Christiane Schulz zieht eine positive Bilanz
© Weber Shandwick Deutschland

Zufrieden mit der ersten Runde der Employer-Branding-Kampagne "Mach was draus - Komm in die Agentur" setzen die Agenturverbände BVDW, CMF, FAMAB, GWA, GPRA und OMG die Aktion im kommenden Jahr fort. Eine Bilanz von Verbandsseite und den Teilnehmern in Zahlen und im Interview.
Das gab es noch nie: Sechs Kommunikationsverbände ziehen an einem Strang und stellen eine Employer-Branding-Kampagne für die Zunft der Agenturen auf die Beine, die innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Agenturen überzeugt, sich an dem Auftritt zu beteiligen, und es zudem schafft, auch den Nachwuchs anzusprechen. Dazu hatten im Mai dieses Jahres diverse Dienstleister und die beteiligten Verbände massiv auf ihren Websites Social-Media-Präsenzen für die Aktion geworben, um junge Talente als sogenannte „Agentursurfer“ für ein 12-wöchiges Praktikum mit insgesamt 6 Stationen zu gewinnen. Ziel des Auftritts ist es, die Agentursurfer genau wie weiteren Nachwuchs davon zu überzeugen, dass Agenturen gute Jobs zu bieten haben, und nicht so böse Arbeitgeber sind, wie ihr Ruf bisweilen vermuten lässt. Nun liegt die Bilanz vor, für die die Verbände Teilnehmer und die Initiatoren wie auch die 67 teilnehmenden Agentursurfer sind größtenteils sehr zufrieden mit der Aktion: Laut der anonymen Umfrage unter den Agentursurfern können sich nach dem Praktikum 77,3 Prozent  vorstellen später mal in einer Agentur zu arbeiten.  Rund die Hälfte der Agentursurfer sagen, dass sich ihr Bild von Agenturen nach dem Surfing verbessert hat; bei 45,5 Prozent  wurde das Bild allerdings bestätigt. Ganze 97,7 Prozent der Praktikanten würden das Agentursurfing weiterempfehlen.

Auch die teilnehmenden Mitgliedsagenturen ziehen nach dem Surfing eine positive Bilanz: Drei Viertel waren sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden mit der Auswahl der Praktikanten. Eine große Mehrheit (85 Prozent) könnte sich vorstellen in Zukunft mit einem der Surfer zusammen zu arbeiten. Neun von zehn befragten Agenturen hätten auch grundsätzlich Interesse im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Kritsch sehen alle Befragten den relativ kurzen Bewerbungszeitraum. Zudem wünscht sich der Großteil der Agenturen (über 73 Prozent) wie auch viele Studenten für das kommende Jahr ein kürzeres Praktikum mit weniger Stationen. „Wir werden die Kampagne in 2018 mit einigen Modifikationen gemeinsam mit den anderen Verbänden fortführen. Die ersten Gespräche mit den Verbandskollegen und möglichen Kooperationspartnern sind schon im Gange", sagt GPRA-Präsidentin Christiane Schulz, die die Employer-Branding-Kampagne als Projektleitrin maßgeblich mitentwickelt hat. Die Kampagnenwebsite www.komm-in-die-agentur.de wird auch in 2018 der Hub der Kampagne sein. Ab Januar 2018 kann man sich hier wieder für das Agentursurfing bewerben. ems

Agentursurfer Christoph Vogt über sein Praktikum

Warum haben Sie am Agentursurfing teilgenommen? Bisher hatte ich hauptsächlich redaktionell im Radio gearbeitet. Da ich mittlerweile seit drei Semestern Public Relations an der Hochschule der Medien in Stuttgart studiere, wollte ich erste Praxiserfahrungen in Agenturen sammeln. Nächstes Jahr gehe ich ins Praxissemester. Ich hoffe, dass sich durch das Agentursurfing ein paar Türen öffnen. Außerdem wollte ich mein Netzwerk erweitern.

Was hat Ihnen bei den Agenturen gefallen, was nicht? Meine bisherigen Agenturen haben sich viel Mühe gegeben, mir einen guten Einblick zu geben. Ich erinnere mich an keine geschlossenen Türen oder Meetings, an denen ich nicht teilnehmen durfte. Viele Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen haben mir in Einzelgesprächen ihre Arbeit gezeigt und meine Fragen beantwortet. Das ist eine einmalige Erfahrung. An den Modus, alle zwei Wochen ein neues Umfeld mit neuen Kollegen kennen zu lernen, muss man sich aber erst einmal gewöhnen.

Wie hat die Erfahrung beim Agentursurfen Ihren Erwartungen entsprochen, wo wurden Sie überrascht? In zwei Wochen kann man sich einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Handlungsfelder verschaffen.  Mich  hat zum Beispiel eine B2B-Agentur fasziniert. Da muss man sich wirklich tief in Themen einarbeiten, um den Zielgruppen auf Augenhöhe begegnen zu können. Solche Erkenntnisse können nicht durch ein paar Seiten Lektüre oder ein Referat erlangt werden. Und der Ausbau meines Netzwerks funktioniert auch schon.

Können Sie sich vorstellen, bei einer Agentur dauerhaft zu arbeiten? Tatsächlich gefällt mir dieser vermittelnde Charakter von einem Projektleiter sehr. Teamwork ist auch wichtig. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dauerhaft in einer Agentur zu arbeiten. Meine Surfstationen würden sich sicherlich über meine Bewerbung freuen. Interview: ems

Agentursurferin Tabea Trentin über Praktikum

Warum haben Sie am Agentursurfing teilgenommen? Hauptsächlich, um mal etwas anderes zu sehen. Ich war vorher nur bei Unternehmen und dachte mir, dass eine Agentur vielleicht für mein Praxissemester interessant wäre. Deswegen fand ich vor allem gut, in mehrere Agenturen hineinschnuppern zu können und vielleicht auch schon eine Richtung zu finden, die mir gefällt.

Was hat Ihnen bei den Agenturen gefallen, was nicht? Am besten fand ich definitiv die gute Stimmung und den entspannten Umgang – aber das ist wohl in fast jeder Agentur so. Ich war in einer Agentur, die mich thematisch einfach gar nicht interessiert hat, aber letzten Endes würde ich sagen, ich habe auch da viel gelernt.

Wie hat die Erfahrung beim Agentursurfen Ihren Erwartungen entsprochen, wo wurden Sie überrascht? Die Vielfalt der Bereiche, die ich kennenlerne, hat meinen Erwartungen entsprochen. Negativ ist für mich der schnelle Wechsel zwischen den Agenturen: sobald ich mich irgendwo wohl fühle, muss ich leider wieder gehen. Bei der Bereitschaft der Mitarbeiter in den Agenturen, mir auch in der Kürze der zwei Wochen möglichst viel zu zeigen, war ich dann doch positiv überrascht.

Können Sie sich vorstellen, bei einer Agentur dauerhaft zu arbeiten? Definitiv. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich mich nach dem Studium vielleicht doch für ein Unternehmen entscheide oder etwas ganz anderes machen will. Aber eine Agentur ist so unglaublich flexibel und interessant, dass ich es momentan bevorzugen würde. Interview: ems
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