Agenturkonjunktur GWA-Mitglieder wachsen, bleiben aber hinter eigener Prognose zurück

Donnerstag, 05. November 2015
GWA-Präsident Wolf Ingomar Faecks präsentiert die Zahlen
GWA-Präsident Wolf Ingomar Faecks präsentiert die Zahlen

Die im Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA organisierten Werbedienstleister können ihre Umsätze auch in diesem Jahr steigern. Das von der Interessenvertretung im Rahmen ihres Herbstmonitors abgefragte Wachstum liegt bei durchschnittlich 5,8 Prozent. Damit bleiben die Agenturen allerdings hinter den eigenen - traditionell sehr optimistischen Erwartungen - zurück: Im Frühjahr hatten sie für 2015 noch ein Plus von fast 8 Prozent vorhergesagt.
An der Zuversicht der Werber für das kommende Jahr ändern die aktuellen Daten jedoch nichts. Für 2016 erwarten 84 Prozent der Befragten einen Umsatzzuwachs und geben diesen im Schnitt mit 7,3 Prozent an. Zum Vergleich: Die Bundesregierung rechnet für 2016 mit einem Wachstum des Brutto-Inlandsprodukts von 1,8 Prozent.

Umsatzentwicklung deutscher Agenturen gegenüber Vorjahr

Quelle: GWA

Etwas besser entwickelt als im Frühjahr prognostiziert hat sich laut aktueller Abfrage dagegen die Rendite. Für das laufende Jahr rechnen die GWA-Mitglieder mit einer Marge von 12 Prozent (statt 11 Prozent). Diese verbesserte Einschätzung überrascht insofern, weil viele Agenturchefs ansonsten verstärkt über immer härtere Preisverhandlungen und Konditionen der Einkaufsabteilungen ihrer Kunden klagen. 57 Prozent der Befragten geben an, aktuell mehr Mitarbeiter zu beschäftigen als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dabei hat sich bei mehr als 40 Prozent auch die Zahl der Freelancer erhöht, was für eine eher volatile Auftragslage spricht. Gleichwohl geben 60 Prozent der GWA-Agenturen an, schon jetzt 50 Prozent des Umsatzes für das kommende Jahr sicher zu haben. Zu den wichtigsten Kundenbranchen der im Verband organisierten Firmen gehören der Finanzsektor, die Automobilbranche sowe das Segment Nahrungs- und Genussmittel. Der Einzelhandel rangiert erst an sechster Stelle.

Erstmals wurde auch der Wettbewerbsdruck innerhalb der Agenturen für einzelne Branchen abgefragt. Am höchsten - 100 Prozent - fällt er im Bereich Telekommunikation aus, es folgen Einzelhandel und Automotive mit 93 beziehungsweise 85 Prozent. Das größte Wachstumspotenzial für die Werbewirtschaft sehen die Agenturen in den Branchen Telekommunikation, Pharma/Healthcare und Touristik.

An der Umfrage, die von Ende September bis Ende Oktober stattfand, haben sich 64 von 104 Verbandsmitgliedern beteilgt. Das entspricht einer Ausschöpfung von 62 Prozent. Der Herbstmonitor wurde erstmals in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft Ernst & Young erstellt. mam
Meist gelesen
stats