Agenturchefs auf dem Medienkongress "Müssen für unsere Kunden Werte schaffen"

Dienstag, 14. Januar 2014
Wolf Ingomar Faecks: Agenturen müssen ganzheitlicher denken (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Wolf Ingomar Faecks: Agenturen müssen ganzheitlicher denken (c) Thomas Lohnes / Getty Images

Müssen sich die Kreativagenturen in Zeiten einer zunehmenden Technologisierung und Digitalfokussierung neu erfinden? Dieser Grundsatzfrage widmeten sich auf dem Deutschen Medienkongress 2014 in Frankfurt am Main die Agenturchefs Amir Kassaei (DDB Worldwide), Christian Rätsch (Saatchi & Saatchi), Stephan Vogel (Ogilvy & Mather), Wolf Ingomar Faecks (Sapient Nitro) und Florian Haller (Serviceplan) in einer munteren Diskussionsrunde.
Serviceplan-Chef Florian Haller (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Serviceplan-Chef Florian Haller (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Im Anschluss an eine Keynote von DDB-Kreativchef Kassaei, basierend auf einem Beitrag in "Advertising Age", blieb auch in diesem prominent besetzten Panel der Tenor bestehen, dass es für Agenturen im Jahr 2014 darum gehen müsse, sich aufkommenden Technologien immer mehr zu öffnen, um die heute notwendige "Data Intelligence" (Kassaei) in ihre Business-Modelle zu integrieren. Denn, so Kassaei weiter, "die Technologien sind es, die uns heute schon in den Bereichen Social Media und Search die kreativen Ideen liefern". Damit verbunden thematisierte die Runde die Frage, wie klassische Kreativagenturen für ihre Kunden relevant bleiben können. "Bei all den neuen Technologien sind wir weiterhin gefragt, Marken bei Sinnstiftung und Relevanzfindung zu helfen", betonte Saatchi-&-Saatchi-CEO Rätsch. "Damit bleibt es unser Job, klassische Kommunikation zu verkaufen".

GWA-Präsident Faecks: Die Kreativagenturen fungieren als beratender Wertschöpfer. Sie müssen den Unternehmen dabei helfen, sich auf ihr Markenverständnis zu besinnen. “
Tatsächlich kamen die Diskutanten auf einen eindeutigen Konsens: Zum einen haben die Kreativagenturen die große Aufgabe, "systemischer und ganzheitlicher zu denken" und ein "Anlaufpunkt für digitale High Potentials zu werden" (Faecks). Nur wenn man technologisch top aufgestellt sei, könne man Großkonzernen wie beispielsweise Google, das seine überragende Data Intelligence bereits in eigene kreative Arbeiten in seinem Creative Lab ummünzt, Paroli bieten. Zum anderen gelte es für die Kreativen, weiter selbstbewusst die eigenen Stärken auszuspielen. "Es bleibt unser Kerngeschäft, Kommunikationslösungen zu produzieren, die unseren Kunden am Ende des Tages Werte schaffen. So können wir bei den Kunden auch weiterhin argumentieren", so Kassaei. Und GWA-Präsident Faecks ergänzt: "Die Kreativagenturen fungieren als beratender Wertschöpfer. Sie müssen den Unternehmen dabei helfen, sich auf ihr Markenverständnis zu besinnen."

Serviceplan-Geschäftsführer Haller war schließlich das Schlusswort vorbehalten, das die Diskussion treffend auf ihren Kern reduzierte: "Neue Technologien bieten vor allem neue Chancen für die Werbebranche. Ich gehe davon aus, dass sie zu einem allgemeinen Auswärtstrend im Marketing in den nächsten zehn Jahren führen werden". Und von dem sollen gerade auch die klassischen Kreativagenturen profitieren. tt
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