Achtung-Chef Mirko Kaminski "Wir wollen ein deutsches Droga 5 bauen"

Donnerstag, 24. März 2016
Mirko Kaminski (l.) und Hans Albers haben ehrgeizige Ziele
Mirko Kaminski (l.) und Hans Albers haben ehrgeizige Ziele
Foto: Achtung

Seit Anfang des Monats hat Achtung einen Kreativchef. Hans Albers, zuletzt Geschäftsführer bei Jung von Matt, ist bei der von CEO Mirko Kaminski gegründeten PR-Agentur eingestiegen. Die Firma blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 zurück. Der Honorarumsatz stieg um fast 20 Prozent auf 14 Millionen Euro. Über die Entwicklung von Achtung und den Wechsel von Albers sprechen er und Kaminski im Interview mit HORIZONT.
Herr Kaminski, wozu braucht eine PR-Agentur einen Kreativchef?
Mirko Kaminski: Weiß ich nicht, wir sind keine. Sondern?
Kaminski: Natürlich haben wir unsere Herkunft. Aber wir haben uns weiterentwickelt. Ich sehe uns auf dem Weg zu einer kreativen Digitalagentur mit PR-Wurzeln. Ich sage Ihnen mal ganz unbescheiden, was meine Vision ist: Wir wollen ein deutsches Droga 5 bauen. Das mag erst mal anmaßend klingen. Aber man braucht ja eine Vision. Und man braucht einen ganz besonderen Kreativchef. Erst recht so einen wie Hans.

Was kann er, was andere nicht können?
Kaminski: Ich habe fast zwei Jahre gesucht und viele Gespräche mit Kreativen geführt, zum Beispiel in Cannes und bei Eurobest. Da habe ich hochdekorierte Leute kennengelernt. Aber mir wurde relativ schnell klar, dass viele von ihnen noch stark an ihrer Ursprungsdisziplin hängen. Egal wie ausführlich wir über die Kraft neuer Themen geredet haben, am Ende haben viele doch wieder vorgeschlagen, man müsste erst mal einen packenden Film machen. Dann hat mir unser Finanzchef Thorsten Beckmann empfohlen, mit Hans Albers zu sprechen. Ich war sofort von ihm geflasht. Er hat auf Anhieb thematisiert, was mir in den anderen Gesprächen fehlte – eine Idee für die Kommunikation der Zukunft.
„Ich sage Ihnen mal ganz unbescheiden, was meine Vision ist: Wir wollen ein deutsches Droga 5 bauen. Das mag erst mal anmaßend klingen. Aber man braucht ja eine Vision. Und man braucht einen ganz besonderen Kreativchef. Erst recht so einen wie Hans.“
Mirko Kaminski


Herr Albers, Sie haben doch schon mal einen Ausritt in eine Agentur mit PR-Wurzeln gemacht, zu Fischer-Appelt – mit eher mäßigem Erfolg. Warum glauben Sie, dass es jetzt besser klappt?
Hans Albers: Mein Thema ist, auf Basis von Daten und Content moderne Beziehungskommunikation zu gestalten. Die findet heute im Wesentlichen in sozialen Netzwerken statt. Dafür eignet sich eine Struktur mit Expertise in Unternehmenskommunikation sowie Know-how und vor allem Praxis in der redaktionellen Arbeit am besten. Wie findet man Themen? Wie bereitet man sie auf? Wie organisiert man die Distribution? Darauf kommt es heute an. Was ich an Anlage, Absicht, kulturellem Gen und nicht zuletzt Prozesssicherheit in dieser Hinsicht bei Achtung vorfinde, ist extrem spannend.

Was wollen Sie in Ihrer neuen Rolle denn als Erstes anpacken?
Albers: Ich bin ein sehr prozessgetriebener Mensch. Insofern werde ich mir die Prozesse und Abläufe besonders genau ansehen. Ich glaube nicht, dass es der Welt an Ideen mangelt. Der Flaschenhals ist die Art und Weise, wie sie umgesetzt werden. Eine der zentralen Fragen unserer Branche ist zum Beispiel, wie wir die Prozesse auf Kunden- und Agenturseite synchronisiert bekommen. Vor allem bei einem Thema wie Content Marketing, das derzeit in aller Munde ist.

Sie haben sich schon mit Content Marketing beschäftigt, als viele noch gar nicht wussten, was das eigentlich ist. Wie beurteilen Sie die aktuellen Debatten um dieses Thema?
Albers: Die aktuelle Diskussion bringt einen nicht weiter. Den meisten geht es nur um Eigenprofilierung. Content Marketing ist aber eine real existierende Herausforderung, insbesondere für die Unternehmen. Sie durch verwirrende Begriffs- und Scheindiskussionen weiter zu verunsichern, finde ich verantwortungs- und respektlos. Letztlich geht es um die Frage, wie ich durch den Einsatz interessanter Inhalte Suchmaschinen und soziale Netze für eine Marke wertschöpfen kann. mam

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