ADC-Vorstand Thomas Junk "Digitale Kategorien sind altmodisch!"

Dienstag, 11. November 2014
Will beim ADC aufräumen: das neue Präsidiumsmitglied Thomas Junk
Will beim ADC aufräumen: das neue Präsidiumsmitglied Thomas Junk
Foto: Demodern

Der ADC-Wettbewerb war schon immer das Herzstück des Kreativclubs. Große Anstrengungen wurden in den vergangenen Jahren unternommen, um mit einem zeitgemäßen Kategoriensystem die Kommunikationslandschaft abzubilden. Thomas Junk, Mitgründer der Digitalagentur Demodern in Köln sagt jetzt: Digitale Kategorien machen wenig Sinn. Warum das in seinen Augen so ist und was er als frisch gebackener ADC-Vorstand noch vorhat, erzählt er im Interview.

Sie sind nach gerade einmal zweijähriger Mitgliedschaft im ADC zum Sektionsvorstand gewählt worden. Erzählen Sie uns, wie Sie Ihre Club-Kollegen von sich überzeugt haben. Als ich mich um die Aufnahme im ADC beworben habe, waren sich die Düsseldorfer tatsächlich nicht einig, ob das passt. Ich stellte damals Arbeiten wie die Edding Wall of Fame und die Montblanc Worldsecond vor, bei denen einigen Kollegen mit eher klassischer Sichtweise die Idee nicht deutlich genug war. Den Zuschlag bekam ich damals nur knapp, was ich aber gar nicht schlecht finde, da ich gerne polarisiere.

Die Skepsis hat sich offenbar gelegt. Im September hat die Düsseldorfer ADC-Sektion Sie zum Vorstand gewählt. Was haben Sie vor in diesem Amt? Ich muss zugeben, dass ich als normales Mitglied das Gefühl hatte, im Club nicht viel bewegen zu können. Als Vorstand habe ich mir vorgenommen, die Mitglieder in meiner Sektion untereinander stärker zu vernetzen.

Mal in die Zukunft geschaut: Nach dem Festival 2015 in Hamburg braucht der ADC eine neue Heimat. Wie wäre es mit Düsseldorf und Köln? Ich fände es super, wenn das Festival hier stattfinden würde. Düsseldorf ist eine alte Werberstadt, die gerne etwas von ihrem früheren Glanz zurück hätte und den ADC sicher fördern würde. Und Köln ist kulturellen Veranstaltungen generell offen gegenüber. Natürlich wäre die Stimmung nicht so metropolig wie in Hamburg, sondern eher kuschelig und intim.

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Als Sektionsvorstand sind Sie auch Mitglied des ADC-Präsidiums, das sich mit Fragen den gesamten Club betreffend beschäftigt. Welche Themen sind Ihnen hier wichtig? Das Kategorien-System des Wettbewerbs. Das fühlt sich für mich nach wie vor altmodisch an. Es orientiert sich zu sehr an den Dingen, die produziert werden. Da gibt es eine Sparte, die heißt Digitale Medien – dabei ist es oft gar nicht wichtig, ob etwas digital ist. Sinnvoller wäre es, nach Formen oder Inhalten zu kategorisieren.

Der Wettbewerb ist eine der wichtigsten Säulen des ADC, die Kategorien wurden erst vor einigen Jahren neu sortiert. Daran wollen Sie rütteln? Ich sage ja nicht, dass ich alles auf den Kopf stellen will. Eine Kategorie Fotografie oder die Craft-Bereiche muss es auf jeden Fall weiterhin geben. Aber gerade die digitalen Arbeitsfelder verlangen eine andere Sichtweise, beziehungsweise keine Sonderstellung mehr.

Es liegt nahe, dass Ihnen Digitalthemen wichtig sind. Wäre das entsprechende Vorstandsressort für Sie nicht auch eine Option gewesen? Natürlich. Aber bei Marc Wirbeleit von Facebook ist es bestens aufgehoben.

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