ADC Umfrage Was Deutschlands Kreative vom Festival erwarten

Mittwoch, 20. April 2016
Diese Kreativen standen HORIZONT Rede und Antwort
Diese Kreativen standen HORIZONT Rede und Antwort
Foto: dfv

Am Freitag fällt der offizielle Startschuss für das diesjährige ADC Festival. Anlässlich des größten Events in Deutschland für die Kreativbranche hat HORIZONT Top-Kreative unter anderem gefragt, mit welchen Überraschungen sie rechnen, welche Arbeiten ihre Favoriten sind und was sie vom Kongress-Motto "Heroes of Content" halten.

Ralf Heuel, Grabarz & Partner

Ralf Heuel
Ralf Heuel (Bild: Grabarz & Partner)
Als Kreativchef der amtierenden Nummer 1 im HORIZONT-Kreativranking sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Sie beim ADC Festival dabei sind. Das ist dieses Jahr aber nicht der Fall. Wie kommt es? Das stimmt, ich glaube zum ersten Mal seit zehn Jahren bin ich nicht in der ADC Jury. Der Grund: Ich juriere gerade beim D&AD in London. Das wurde geschickterweise parallel gelegt. Danach bin ich direkt in Spanien zum Drehen. Also leider nein: Kein ADC für mich dieses Jahr. Sonst wäre ich wie immer sehr gern gegangen. Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Ich denke, die großen und wichtigen Cases kennen wir alle. Dennoch wird man wie in jedem Jahr auf Arbeiten treffen, die irgendwie aus dem Nichts kommen.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Es gibt eigentlich in jeder Disziplin ein paar Arbeiten, die besonders funkeln. Aber wenn Edeka’s "#Heimkommen" und das Mediamarkt-"Hasenrasen" nichts abräumen, sollten wir alle unseren Beruf überdenken.

Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Es war ein überdurchschnittliches Jahr, wenn es nach Kreativawards geht. Wenn man sich deutsche Werbung allgemein anschaut, stagnieren wir eher. Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Ich finde das Motto gut gewählt, weil "Content" das ist, was uns alle zur Zeit umtreibt. Auch, wenn man den Begriff eigentlich nicht mehr hören kann oder lesen will, weil jeder wirklich mittlerweile alles dazu gesagt hat. Das Programm ist sehr gut, die Referenten erste Liga. Und vor allem: Die Kampagne für das Festival ist wirklich super! 

Friedrich von Zitzewitz, Serviceplan-Gruppe

Friedrich von Zitzewitz
Friedrich von Zitzewitz (Bild: Serviceplan)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Wie jedes Jahr freue ich mich besonders darauf, viele alte Kollegen wieder zu treffen. Und auf die Arbeit und die Diskussion in der Jury. Denn dort erfährt man immer wieder andere Sichtweisen auf die eingereichten Arbeiten.

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Ja, gerade in den Kategorien, die mir nicht so geläufig sind. Zum Beispiel Event oder Kommunikation im Raum.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Kann ich momentan keinen eindeutig erkennen.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Digitale Medien? Ich hätte mehr VR-Cases erwartet. Aber so viele sind es anscheinend noch nicht.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Das Motto gefällt mir gut. Gerade die aktuelle Diskussion zeigt doch, dass es ein Motto ist, das Diskussionen anstoßen kann. Ich bin sehr gespannt, ob der eine oder andere Content-Case ausgezeichnet wird. Unseren großen Content-Case - den Saturn Tech-Talk mit Tech-Nick - werden wir erst nächste Jahr beim ADC ins Rennen schicken.

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Sabina Hesse, Heimat

Sabina Hesse
Sabina Hesse (Bild: Heimat)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Ich wünsche mir eine viel strengere Preisvergabe. Was ist wirklich neu? Was ist Maßstäbe setzend für die Kategorie? Klar haben wir uns alle ganz doll lieb, aber lasst uns den Nägeln bitte wieder mehr Wert geben. Vor allem bei der Einreichungskategorien-Galore.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Es gibt zwei Weihnachtsfilme, in denen ein alter Mann eine Rolle spielt.

„Klar haben wir uns alle ganz doll lieb, aber lasst uns den Nägeln bitte wieder mehr Wert geben. “
Sabina Hesse
Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Einigermaßen deutsch.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Ganzheitliche Kommunikation? Dass die Case-Filme endlich aus dem immer gleichen "The Problem/The Solution/The incredible Results"-Duktus ausbrechen. Dass wir keine durchdeklinierten Key Visuals sehen, sondern relevante, kraftvolle Ideen, die da draussen tatsächlich Menschen bewegt haben. Oder wenigstens uns bewegen werden.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Das Festivalmotto ist für eine breite Masse super — es beschreibt den Ist-Zustand. Für die kreative Spitze würde ein visionäreres Motto wahrscheinlich mehr Reibung erzeugen. Das Programm klingt gut, und internationale Größen wie Chuck Porter auf dem Kongress zu haben ist natürlich wunderbar. 

Finden Sie, dass der ADC grundsätzlich zurzeit die richtigen Themen setzt? Ehrlich? Der ADC sollte wieder auf Qualität statt Quantität bei der Mitgliederauswahl setzen. Statt sich mit Quatsch wie einer Frauenquote zu beschäftigen, sollten wir vielmehr schauen, wer hat es denn wirklich drauf. Wer hat aktuell geilen Scheiss gemacht, der die Branche zucken lässt? Wer bereichert den Verein wirklich? Völlig Wurst, welchen Geschlechts er ist.

Götz Ulmer, Jung von Matt

Götz Ulmer
Götz Ulmer (Bild: JvM)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Keine und alle. Der ADC ist der faszinierende Spannungsbogen zwischen deutscher Kleingeistigkeit und internationalen Highlights. Egal wie: Es ist DER Kreativwettbewerb des Landes. Wer sich nicht mehr über Nägel freut, dem ist nicht zu helfen.

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Ich freue mich besonders auf die unbekannteren Arbeiten aus den nicht ganz so aufmerksamkeitsstarken Kategorien.

„Der ADC ist der faszinierende Spannungsbogen zwischen deutscher Kleingeistigkeit und internationalen Highlights.“
Götz Ulmer
Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Ja. Spannender wird aber die Frage sein, welche das für den ADC dieses Jahr sein werden. Hier besticht der Club gerne mal mit fast schon traditioneller Skurrilität.

Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Als ein ganz gutes. Obwohl der Großteil der Arbeiten im Durchschnitt immer unmutiger wird.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Promotion & Media? Möglichst wenig Durchschnittliches.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Zu allgemein und bieder.

Finden Sie, dass der ADC zurzeit grundsätzlich die richtigen Themen setzt? Ich würde mir wünschen, dass der ADC wieder mutiger statt strenger, wegweisender statt neidvoller, verspielter statt richtiger und lauter statt akzeptierter werden würde. 

Steffen Gentis, BBDO

Steffen Gentis, BBDO
Steffen Gentis, BBDO (Bild: BBDO)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Ich freue mich richtig auf den Kongress. Das Thema Content hat für mich eine enorme Relevanz, und dem ADC ist es gelungen, tolle Redner für das Festival zu verpflichten, unter anderem Gabriele Fischer von "Brandeins" und Steven Althaus von BMW. Die Automarke hat ja vor Jahren mit David Lubars von BBDO die Content-"Benchmark" mit Bmwfilms.com gesetzt. Ich bin gespannt was die heute machen. Und im Wettbewerb werden wir bestimmt wieder großartige Arbeiten sehen!

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Immer! Schon weil ich mich als Juror sehr gerne von Arbeiten überraschen lasse.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Der neue Hornbach-TV-Spot "Du lebst. Erinnerst du dich" wird sicherlich ordentlich punkten. Ich jedenfalls finde den Film großartig.

Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Ziemlich gut – das wird auch dieser ADC-Wettbewerb zeigen.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Film? Mutige Filme wünsche ich mir, die das spiegeln, was auch die DNA der deutschen Industrie ausmacht: Innovation, Engineering, Excellence.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Die Agenda ist aktuell und ganz nah dran, mit einer kleinen Einschränkung. Für meinen Geschmack gibt es im Programm etwas zu viel Mode. Und das Motto? Das klingt lustig. 

Finden Sie, dass der ADC grundsätzlich zurzeit die richtigen Themen setzt. Der ADC macht momentan eigentlich alles richtig und kombiniert das mit einer unaufgeregten Haltung. Das passt schon sehr gut zusammen.

In welchen Bereichen hat der Club Nachholbedarf? Echten Nachholbedarf sehe ich derzeit nicht.

Stefan Schulte, Thjnk Berlin

Stefan Schulte
Stefan Schulte (Bild: Thjnk)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Wie jedes Jahr freue mich auf Inspiration, fantastische Arbeiten und darauf, den ein oder anderen wieder zu treffen.

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Ehrlich gesagt, nein. 

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Ich finde den Spot von Coke Zero mit Manuel Neuer großartig. Ich denke aber, dass Edeka’s "#Heimkommen" und das "Hasenrasen" von Media-Markt im Ranking weiter vorne landen werden.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Internetfilm? Ich denke, es wird wieder viele Diskussionen darüber geben, was ein Internetfilm ist und ob der Film richtig in der Kategorie eingereicht wurde. Ansonsten hoffe ich auf zweimal Gold.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Grumpy Cat finde ich unterhaltsam. Diskussionen zum Thema Content finde ich müßig. Keiner der Referenten nutzt übrigens das Wort "Content" zur Ankündigung seines Vortrags. Das freut mich und klingt doch nach spannenden Informationsinhalten. Und Informationsinhalte sind doch auch wieder Content. 

Finden Sie, dass der ADC grundsätzlich zurzeit die richtigen Themen setzt? Der GWA war in den letzten Monaten definitiv lauter. Aber Lautstärke ist halt nicht alles. Ob wir gerade die richtigen Themen besetzen, kann ich nicht beurteilen. Dafür stecke ich derzeit nicht tief genug in der Agenda. Allerdings ist der ADC für mich immer noch die Deutsche Meisterschaft unter allen nationalen Kreativwettbewerben.

Tim Stübane, Ogilvy

Tim Stübane
Tim Stübane (Bild: Ogilvy & Mather)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Freunden und Bekannten, auf die Diskussion in der Jury und würde mich natürlich auch über eine Anerkennung unserer Arbeiten freuen.

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Die wird es hoffentlich geben – die Perlen, die man finden muss, die man in der breiten Öffentlichkeit so noch nicht wahrgenommen hatte. Damit meine ich keine Fake-Ads, sondern kleine, feine Arbeiten, die oftmals deutlich kreativer sein dürfen als das Massenprogramm, da sie sich an spitzere Zielgruppen wenden.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Na klar, Edeka’s "#Heimkommen" an vorderster Stelle. Und das "Hasenrasen" von Media Markt - richtig stark!

Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Bis auf ein paar wenige Highlights eher mau. Gibt's einen Autohersteller, der uns umgehauen hat mit seiner Kommunikation? Nein, extrem vorsichtig alle. Versicherungen, Banken? Gar nichts. Telekommunikation? Nope.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Out-of-Home? Das Essentielle, wenn es um Kommunikation geht: eine Idee auf das Maximalste verdichtet. Das ist in keiner anderen Kategorie so zu finden.

Niels Alzen, Scholz & Friends

Niels Alzen
Niels Alzen (Bild: Holde Schneider)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Ich habe eine Katzenhaarallergie. Ich hoffe also darauf, besonders viele großartige Arbeiten zu sehen, die diese Viecher von der Bildfläche schubsen.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Wenn es für "#Heimkommen" von Edeka kein Gold gibt, dann hat die Jury ein Herz aus Stein.

„Ich habe eine Katzenhaarallergie. Ich hoffe also darauf, besonders viele großartige Arbeiten zu sehen, die diese Viecher von der Bildfläche schubsen.“
Niels Alzen
Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie TV? Ich werde dort keine Youtube-Spots sehen, sondern den klassischen Werbeblock. Ich hoffe aber, dass bei uns trotzdem diejenigen Filme prämiert werden, die das Zeug dazu haben, sich auch von alleine zu verbreiten.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Zwar hat man das Wort "Content" mittlerweile so oft gehört, dass es zum Mode-Buzzword geworden ist. Jedoch ist das, was es meint, im Grunde eine Wahrheit, die so alt ist wie der ADC selbst: Gehaltvolle Werbung entfacht die Menschen - banale Reklame lässt sie kalt. Wirklich neue und inspirierende Ideen bleiben daher die stärkste Währung unseres Geschäfts. Und das kann man doch nicht oft genug betonen!

Florian Grimm, GGH Mullen Lowe

Florian Grimm
Florian Grimm (Bild: GGH Mullen Lowe)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Ehrlich gesagt keine großartigen. Ich freue mich auf gute Leute und hoffentlich inspirierende Diskussionen und Arbeiten in der Jury.

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Nein. Dann wären es ja keine Überraschungen mehr. :-) 

Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Ich finde, dass Hornbach wieder tolle Sachen macht. Ob die schon für diesen ADC relevant sind, weiß ich gerade nicht. Ansonsten ging das Jahr sehr schnell um und bei mir ist nichts Großes im Gedächtnis geblieben. Kann aber auch altersbedingte Gedächtnisschwäche sein.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Brandend Content & PR? Eine hoffentlich nicht zu deutsche Sichtweise. Und einen guten Konsens dabei, das richtig Gute vom angenehmen Mittelmaß zu trennen. Das wird nicht ganz so einfach, weil ich finde, dass viele ganz gute Einsendungen dabei sind, aber nur wenige herausragen. Da muss man ganz genau hinschauen und auf einem hohen Level diskutieren.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Darüber mag ich im Vorfeld ungern was sagen, weil es Sinn macht es zu bewerten, wenn man das Programm erlebt hat.

In welchen Bereichen hat der ADC Nachholbedarf? Wenn ich da was zu sagen habe, dann platziere ich das lieber intern.

Elke Klinkhammer, McCann Worldgroup

Elke Klinkhammer
Elke Klinkhammer (Bild: McCann)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Kreativität, Ideen und Kampagnen, die es 2015 geschafft haben, eine Rolle im Leben der Menschen zu spielen.

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Selbstverständlich, denn darauf kommt es in der Werbung doch an: berühre mich, erstaune mich, führe mich in Versuchung. 

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Meine Favoriten schaffen eine intelligente, smarte und unerwartete Verbindung von Innovation und Storytelling.

Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Same same, but different. Und das meine ich nicht wertend, sondern wertschätzend.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Es geht seit jeher um Content. Wir haben nur den Namen geändert und nennen es jetzt Content-Something, aber es geht immer noch um Ideen, die berühren, bewegen und Bedeutung im Leben der Menschen erlangen. Lediglich die Kanäle und die Art der Distribution haben neue Bedingungen geschaffen.

Fabian Frese, Kolle Rebbe

Fabian Frese
Fabian Frese (Bild: Kolle Rebbe)
Rechnen Sie beim ADC-Wettbewerb mit Überraschungen? Schwer zu sagen. Es gibt ja diese Jahre, in denen plötzlich eine grandiose Arbeit, mit der keiner gerechnet hat, um die Ecke biegt und die eigentlichen Favoriten plötzlich alt aussehen lässt.  Eigentlich sind das auch immer die lustigsten Jahre, weil plötzlich alle ganz aufgeregt sind. Aber so wirklich glaube ich nicht, das dieses Jahr so etwas passiert.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Ich habe nur einen sehr rudimentären Überblick. Aber mit nackten Heimwerkern, vereinsamten Opas und rasenden Hasen stehen drei der Top-5-Kandidaten wohl schon fest. Das hängt ja mittlerweile vor allem davon ab, in wie vielen Kategorien sich eine Idee verbraten lässt.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Branded Content & PR? Beim Pre-Voting hat man schon gesehen, dass diese Kategorie noch mal kräftig zugelegt haben. In dem Zusammenhang wahrscheinlich einer der häufigsten Dialoge in Agenturen: "Ist das Branded Content?" - "Keine Ahnung, lass mal einreichen."

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? In den letzten Jahren habe ich die ADC-Kampagnen nie richtig verstanden. Was vermutlich an mir liegt. Dieses Jahr kann ich mit dem Motto endlich mal was anfangen und ertappe mich manchmal sogar dabei, dass ich die Kampagne ganz unterhaltsam finde. Das Programm klingt ein bisschen durchwachsen, da werden auch einige Verkaufsveranstaltungen dabei sein. Aber angesichts des minimalen Budgets, mit dem die Programmmacher jonglieren müssen, finde ich es schon ganz in Ordnung. Ich werde auf jeden Fall versuchen, mir Chris Sheldrick von What3words anzuhören.

Bettina Olf, Thjnk Hamburg

Bettina Olf
Bettina Olf (Bild: Thjnk)
Rechnen Sie beim ADC-Wettbewerb mit Überraschungen? Überrascht wird man immer wieder – man entdeckt eigentlich immer Arbeiten, die man vorher noch nicht gesehen hat.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Mir gefällt "Neuer Job" für Coke Zero – von meinen Ex-Kollegen Lennart Wittig und Alex Weber-Grün. "#Heimkommen" für Edeka. Und: von Thjnk "Mission to the Moon" – für Audi.

Wie finden Sie das Festivalmotto und das Programm? Heroes of Content ist ein relevantes Thema und ich mag den Humor, den die Kampagne hat. Letztes Jahr kam das anders daher. Schön ist auch die Wahl der Location. Das Gruenspan als einer der Clubs Hamburgs hat einen besonderen Reiz.

Finden Sie, dass der Club grundsätzlich zurzeit die richtigen Themen setzt? Es sind neue Festivals entstanden – gerade im Bereich Online und Social Media. Die Inszenierung dort ist vollkommen anders – mehr Infotainment, mehr Lässigkeit. Etwas was dem ADC sicherlich auch gut tun würde.

In welchen Bereichen hat der ADC Nachholbedarf? Ich würde mir auch bei der Award Show mehr Humor und Leichtigkeit wünschen. Kampnagel leistet in dem Punkt sicherlich schon seinen Beitrag.

Jens Pfau, Jung von Matt

Jens Pfau, Jung von Matt
Jens Pfau, Jung von Matt (Bild: JvM)
Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Festival und den Wettbewerb? Ich erhoffe mir faire Jurys, die gute Arbeit bewerten und nicht reflexhaft Medaillen verteilen.

Rechnen Sie im Wettbewerb mit Überraschungen? Erfahrungsgemäß gibt es beim ADC jedes Jahr genug davon.

Gibt es aus Ihrer Sicht eindeutige Favoriten? Ich denke schon, dass wir mit "#Heimkommen" eine der aussichtsreichsten Arbeiten im Rennen haben. Die "Radically open" Kampagne von BBDO für Smart mag ich sehr gerne. Ich denke, dass auch sie gute Chancen hat.

Wie beurteilen Sie generell das zurückliegende Kreativjahr aus deutscher Sicht? Vielleicht nur mein subjektiver Eindruck, aber es gab wenig große sichtbare Kampagnen. Auch konzeptionell war wenig Aufregendes dabei. Es war dieses Jahr deutlich zu spüren, dass viel mehr online gewurschtelt wird.

Was erwarten Sie von Ihrer Jurykategorie Internetfilm? Es wird hier garantiert spannende Diskussionen darüber geben, wie sehr nun der Faktor der Viralität in die Bewertung mit einfließen darf. Ansonsten freue ich mich auf nette Kollegen und viele tolle Arbeiten in dieser Kategorie.

 

Wie findest du das Festivalmotto und das Programm? Ich bin eher so der Hundemensch. Ansonsten finde ich es dufte.

 

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