ADC Gewinner 2015 Der Wunsiedel-Marsch räumt alles ab - außer den Grand Prix

Donnerstag, 21. Mai 2015
"Rechts gegen rechts" räumt beim ADC ab
"Rechts gegen rechts" räumt beim ADC ab
Foto: Grabarz & Partner / GGH Lowe

Zwölf Goldmedaillen für eine einzige Kampagne: Das gab es beim Kreativwettbewerb des Art Directors Club für Deutschland bisher noch nie. Aufgestellt wurde dieser Rekord heute Abend von dem Agenturgespann GGH Lowe und Grabarz & Partner, die mit ihrer gemeinsamen Exit-Kampagne "Rechts gegen Rechts" kategorienübergreifend überzeugen konnten. 

Der in dem fränkischen Städtchen Wunsiedel veranstaltete Spendenlauf gegen Nazis holte heute Abend parallel auch einen White Pencil bei den britischen D&AD Awards. Letzteres entspricht einem Grand Prix. Diese hohe Ehre ist der Kampagne hierzulande allerdings verwehrt geblieben. Erstaunlicherweise ging der Best-of-Show-Award des ADC an eine andere Arbeit, die viele im ADC-Kontext wahrscheinlich gar nicht auf dem Schirm hatten: Die Rede ist vom Projekt "Lichtgrenze" von der Berliner Agentur Whitevoid. 

Auftraggeber dieser Aktion zum 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls ist die Stadt Berlin. Der Grand-Prix-Gewinner sei einstimmig gewählt worden, verrät ADC-Präsident Stephan Vogel. Die Juryvorsitzenden seien sich einig gewesen, dass die "Lichtgrenze" eine Arbeit von poetischer Größe, ikonischer Kraft und menschlicher Tiefe ist. Eine Arbeit, die Menschen zueinander und ins Gespräch gebracht hat. "Ein großartiges Statement der Marke Deutschland, das international große Beachtung fand", so Vogel. 

Wenngleich Vogel die Einigkeit der Juryvorsitzenden in diesem Fall betont, so können doch nicht alle ADC-Mitglieder diese Entscheidung nachvollziehen. Heimat-Kreativchef Guido Heffels, in diesem Jahr Chairman des Nachwuchswettbewerbs, äußert sich kritisch: "Ich war erstaunt, wie gut der Case-Film aufbereitet war - vor allem angesichts der Tatsache, dass die Lichtinstallation in einigen Teilen Berlins überhaupt nicht richtig funktioniert hat."

Bei der ADC-Preisverleihung wurden traditionell wieder die Top 10 der am meisten prämierten Kampagnen präsentiert. Hier landet die "Lichtgrenze" mit insgesamt fünf goldenen, einem silbernen und einem bronzenen Nagel nur auf Platz 2 hinter "Rechts gegen Rechts", die neben den zwölf goldenen Nägeln einen weiteren in Silber und zwei in Bronze abräumte. Auf dem Treppchen folgt die Opel-Kampagne "Umparken im Kopf" mit einmal Gold in der Kategorie „Text“ sowie fünfmal Silber und zweimal Bronze. 

Insgesamt hat der Art Directors Club dieses Jahr 37 goldene, 92 silberne und 156 bronzene Nägel sowie 248 Auszeichnungen verliehen. Mit einer Gesamtzahl von 285 Nägeln war die Jury nur unwesentlich strenger als im Vorjahr: Damals wurden 299 Nägel verliehen. Allerdings war die Anzahl der Einsendungen 2014 auch insgesamt höher. bu

Das sind die Top 10 der meistprämierten ADC-Gewinner 2015

Opel: Umparken im Kopf

Rolling Stone Magazin: "Mehr Zeit für Rock´n Roll"

(Bild: Rolling Stone Magazin)
(Bild: Rolling Stone Magazin)
(Bild: Rolling Stone Magazin)

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf"

Die "FAZ" räumt beim ADC ab
Die "FAZ" räumt beim ADC ab (Bild: FAZ)
(Bild: FAZ)

PS WELT Blog: Kampagne 2014

(Bild: Rolling Stone Magazin)
(Bild: Die Welt)

 






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