100-Millionen-Euro-Budget Carat und PHD gewinnen Teil-Etat des Bundespresseamtes - Agentursuche läuft weiter

Freitag, 10. November 2017
Im Pitch des Bundespressesamtes gibt es eine Entscheidung
Im Pitch des Bundespressesamtes gibt es eine Entscheidung
© Bundesregierung / Steins, Sandra
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Drei Monate nach der Neuausschreibung seines Mediaetats hat das Bundespresseamt erste Entscheidungen gefällt. Carat und PHD konnten sich Teile des 100 Millionen Euro schweren Budgets sichern. Das bestätigen beide Agenturen sowie ein Sprecher des Bundespresseamtes gegenüber HORIZONT Online.
Mit der Pitch-Entscheidung, über die zuerst wuv.de berichtete, bricht im Media-Geschäft des Bundespresseamtes eine neue Ära an. Grund: Planung und Einkauf werden erstmals getrennt.  Vor allem Klaus Nadler, dem CEO von Carat, wird nach der Entscheidung des Bundespresseamtes ein Stein vom Herzen fallen. Seine Agentur, die bereits seit 2011 für das Bundespresseamt arbeitet und die Chance erhielt, den Etat zu verteidigen, bleibt im Boot. Die Dentsu-Aegis-Tochter wird als zentrale Mediaeinkaufs- und Rabattkoordinationsagentur für das Bundespresseamt wirken. Wie Carat mitteilt, wird der Kunde unter der Führung von CEO Nadler vom Standort Düsseldorf aus gesteuert. Geschäftsführerin der Niederlassung ist Andrea Beninde. Die Leitung des Gesamtprojekts liegt bei Thomas Fritzen.

Carat wird sich ab Januar 2018 künftig mit einem Wettbewerber abstimmen müssen. Grund: Mit PHD gehört auch eine Tochter des Dentsu-Aegis-Konkurrenten Omnicom Media Group zu den Pitch-Gewinnern. Wie das Bundespresseamt bestätigt, wird sich PHD ab Anfang kommenden Jahres um die crossmediale Mediaplanung kümmern. Die Verträge  haben jeweils eine Laufzeit von zwei Jahren, können nach Ablauf allerdings zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. 

Dass Carat und PHD das Rennen gemacht haben, hat offenbar auch etwas mit den Konditionen zu tun. Laut dem Sprecher des BPA erhielt das wirtschaftlichste Angebot den Zuschlag. "Die Wirtschaftlichkeit wurde anhand der Zuschlagskriterien Preis und Qualität ermittelt. Für die Qualität mussten die Agenturen Arbeitsproben einreichen, die nach festgelegten Kriterien bewertet wurden. Danach wurden Qualität und Preis miteinander nach festgelegten Kriterien in Bezug gesetzt. Alle Kriterien waren den Bietern im Vorfeld bekannt", so der Sprecher. 

Damit ist der Media-Pitch allerdings noch nicht abgeschlossen. Grund: Bei der Ausschreibung hatte das Bundespresseamt explizit drei Planungsagenturen gesucht - eine für crossmediale, eine für rein digitale Kampagnen sowie eine für Out-of-Home- und Ambientmarketing. Wie das Bundespresseamt bestätigt, ist das Verfahren für die Planung in den Bereichen Digital und Außenwerbung noch nicht abgeschlossen. 

Selbst wenn die beiden verbleibenden Planungs-Etats vergeben sind, ist die Agentursuche des BPA noch nicht vorbei. Die Suche nach einer neuen Werbe- beziehungsweise Kommunikationsagentur läuft nach wie vor auf Hochtouren. Eine Entscheidung soll nicht vor Ende erstes/Anfang zweites Quartal 2018 fallen. mas

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