Zenith Optimedia: Zeitungsland Deutschland steht vor "historischer Wende" / Gesamtspendings bleiben im Plus

Montag, 03. Dezember 2012
Frank-Peter Lortz prophezeit dem Zeitungsland Deutschland 2015 eine historische Wende
Frank-Peter Lortz prophezeit dem Zeitungsland Deutschland 2015 eine historische Wende

Der deutsche Werbemarkt kommt wohl um den befürchteten Abschwung herum. Die Ausgaben für Werbung werden hierzulande bis 2015 stabil bleiben und sogar ein jährliches Wachstumsplus von rund zwei Prozent erzielen. Das prognostiziert das Medianetzwerk Zenith Optimedia in seinem aktuellen "Advertising Expenditure Forecast". "Deutschland steht im Verhältnis noch immer sehr gut da", erklärt Zenith-Optimedia-Chairman Frank-Peter Lortz. Für die derzeit stark angeschlagenen Printmedien entspannt sich die Lage aber nicht. Denn wachsen wird auch in den kommenden Jahren vor allem die Online-Werbung. Schon im kommenden Jahr geht Zenith Optimedia davon aus, dass ins Internet mehr Werbe-Euros investiert werden als in TV. Im Jahr 2015 wird die Online-Werbung dann endgültig die Pole-Position übernehmen und sogar die traditionell starken Tageszeitungen überholen und "zum stärksten Werbeträger in Deutschland avancieren", wie es in der offiziellen Pressemitteilung heißt. Laut Lortz werde das Zeitungsland Deutschland dann eine historische Wende erleben.

Auch auf globaler Ebene wird seinen Ausführungen zufolge das Internet 2015 mehr Werbegelder einnehmen als die gesamte Printgattung der Zeitungen und Zeitschriften zusammen. Weltweit geht das Medianetzwerk derzeit von einer leichten Erholung im Werbemarkt aus, der in den kommenden drei Jahren wieder schneller wachsen soll. 2012 rechnet Zenith Optimedia mit einem Wachstum der weltweiten Werbeinvestitionen von 3,3 Prozent. 2014 soll es schon ein Plus von 4,1 Prozent sein und 2015 wird ein Wachstum von 5,6 Prozent erwartet.

Als Wachstumstreiber identifiziert Zenith Optimedia die sich entwickelnden Märkte, deren Werbeinvestitionen in den kommenden drei Jahren durchschnittlich um acht Prozent ansteigen werden. Bis zum Jahr 2015 werden diese Märkte 61 Prozent des Werbemarktwachstums liefern. Nicht ganz so rosig sieht es indes in den entwickelten Märkten aus, die laut Forecast nur um zwei Prozent zulegen werden. Für die Werbeindustrie in der Eurozone prophezeit Zenith Optimedia im kommenden Jahr ein Minus von vier Prozent. Entwarnung gibt es erst ab dem Jahr 2015, wenn die Werbespendings dann wieder leicht wachsen sollen.

Als größte Wachstumsrisiken benennt das Medianetwork für 2013 den "noch immer nicht auszuschließenden Kollaps in der Eurozone, die sich zuspitzende finanzielle Situation der USA sowie die Unruhen im Nahen Osten und damit verbunden, steigende Ölpreise." Die Agenturgruppe Zenith Optimedia gehört mit den Medianetzwerken Starcom und Media Vest zu Vivaki von Publicis. ejej
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