ZAW-Stellenstatistik: Agenturen und Werbungtreibende suchen weniger Personal

Freitag, 24. August 2012
Der Stellenmarkt ist leicht im Minus
Der Stellenmarkt ist leicht im Minus

Die Suche nach Fachkräften für Kommunikation ist im 1. Halbjahr 2012 um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.  Von den 2172 Stellenangeboten, die der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) im Zuge seiner turnusmäßigen Arbeitsmarktanalyse gezählt hat, stammen 82 Prozent von Agenturen, 13 Prozent von Werbeträgern und 5 Prozent von werbungtreibenden Unternehmen.

ZAW: Stellenangebote für Werbeberufe im 1. Halbjahr 2012

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Ihre Stellenausschreibungen zurückgefahren haben in den ersten sechs Monaten des Jahres vor allem die Werbungtreibenden: sie haben 29 Prozent weniger inseriert, die Agenturen haben ihre Arbeitsplatzangebote um 5 Prozent zurückgefahren. Einzig die Medienunternehmen, insbesondere die Fachverlage, haben ihre Jobangebote um 10 Prozent gesteigert.

Tatsächlich dürfte die Zahl der offenen Stellen für Fachkräfte, vor allem für die, die Internet und Socia Media beherrschen, deutlich höher liegen. Ein Indiz dafür ist der Anteil, den sie schon heute an den insgesamt 914.000 Arbeitsplätzen, die der ZAW als „mit Markt-Kommunikation zusammenhängend" bezeichnet, ausmachen: 364.000 Stellen zählt der Verband zur Digitalwirtschaft, während dem Kernbereich der Werbewirtschaft (Werbegestaltung, Werbeträger, Auftraggeber) 188.000, Zulieferbetrieben wie Druckereien und Papierindustrie 163.000 sowie Telefonmarketing 199.000 Beschäftigte zugeordnet werden.

Raphael Brinkert
Raphael Brinkert
Zudem spielt sich ein weiterer großer Teil der Stellensuche und Besetzung jenseits der Stellenmärkte in Print- und Online-Medien ab. „Der größte Teil der Agenturmitarbeiter wird mittels nicht klassischer Kommunikation umworben: Von Dozententätigkeiten und Vorträgen an den Hochschulen, um Berufseinsteiger zu rekrutieren über Mundpropaganda bis hin zum Facebook-Posting, Tweets oder Xing-Nachrichten. Wenn ich weiß, wen ich suche, kann ich auch direkt mit möglichen Kandidaten ins Gespräch kommen", sagt Raphael Brinkert, Geschäftsführer bei Jung von Matt/Fleet, der sich im Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA bei Nachwuchsthemen wie der Junior Agency engagiert. Vor diesem Hintergrund erwartet er, dass die deutschen Agenturen ihr Personal in diesem Jahr eher aufstocken werden: „Fakt ist, dass 91 Prozent der GWA-Agenturen 2011 gleich viele oder mehr Mitarbeiter beschäftigten als ein Jahr zuvor. Ich gehe davon aus, dass 2012 die Zahlen auf dem Vorjahres-Niveau bleiben oder leicht steigen - trotz des wachsenden Anteils an Freelancern."

Volker Nickel
Volker Nickel
Die Arbeitslosenquote im Kernbereich der Branche liege aktuell bei 4,8 Prozent und damit unwesentlich über dem Vorjahresvergleich mit 4,6 Prozent sowie deutlich unter der allgemeine Arbeitslosigkeit von 6,8 Prozent. Trotz der Werbemarktschwankungen sei Markt-Kommunikation in den Unternehmen als betriebswirtschaftliches Gebot fest verankert, sagt ZAW-Sprecher Volker Nickel. Selbst in früheren rezessiven Phasen der deutschen Wirtschaft hätten insbesondere die Agenturen ihr Personal gehalten. „Sollte es wider erwarten in der zweiten Jahreshälfte zu einer kräftigeren Delle bei den Investitionen in Werbung kommen, gehen wir weiterhin von sicheren Arbeitsplätzen im deutschen Werbemarkt aus." ems
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