ZAW-Stellenindex: Arbeitsmarkt für Werber bricht ein

Donnerstag, 23. Juli 2009
ZAW-Sprecher Volker Nickel ist nicht beunruhigt
ZAW-Sprecher Volker Nickel ist nicht beunruhigt

Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt für Werber voll erfasst: 42 Prozent weniger Jobangebote für Werbeberufe zählt die aktuelle Stellenstatistik des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Danach sind die ausgeschriebenen Stellen in einzelnen Berufsgruppen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen, etwa bei den Werbeassistenten (minus 80 Prozent), Sekretärinnen (minus 74 Prozent) oder im Marketing (minus 73 Prozent). Einzig die Stellen für Praktikanten sind, wie schon im vergangenen Jahr, gegen den Trend gestiegen: 170 ausgeschriebene Praktika, und damit 34 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, zählt der Verband. 

Die Vermutung, dass die Praktikanten die durch Kurzarbeit und Entlassungen entstandenen Lücken stopfen sollen, bestreitet ZAW-Sprecher Volker Nickel jedoch vehement: „Vielmehr setzen die Agenturen und Unternehmen gerade in Krisenzeiten auf Nachwuchsarbeit. So können sie jetzt auswählen, wen sie in konjunkturstärkeren Zeiten einstellen."

Die Arbeitslosenquote ist im ersten Halbjahr 2009 dagegen nur leicht gestiegen: um 0,7 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent. Der ZAW hält diese Steigerung für "noch nicht besorgniserregend" - trotz der aktuellen Entlassungen bei Agenturen. Die Halbjahresauswertung der Stellenmärkte von sechs Tageszeitungen und 30 Homepages von Agenturen, Unternehmen und Medien bestätigt damit den Abwärtstrend, der sich in Erhebungen wie dem Monster Employment Index und dem Adecco Stellenindex bereits abgezeichnet hat. Auch für die zweite Jahreshälfte sieht der ZAW kein Licht am Ende des Tunnels: Der Verband geht von einem weiteren Rückgang der Werbeinvestitionen zwischen 5 und 8 Prozent aus. np
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