Y&R mit Doppelspitze und kleiner Schwester

Dienstag, 22. Februar 2000

Non-Executive Chairman Hans Jürgen Lange hat bei Young & Rubicam ganze Arbeit geleistet: Mit Fred Baader, Ex-Co-Chairman von AP Lintas, und Oliver Hermes, Managing Director von BMZ/FCA, konnte er gleich zwei Top-Werber für die angeschlagene Agenturgruppe gewinnen. "Mit diesen Talenten an Bord ist der Grundstein dafür gelegt, Y&R wieder ganz nach vorne zu bringen." Baader (Chief Creative Officer) und Hermes (Chief Executive Officer) bilden zusammen mit Lange (Non-Executive Chairman) und Horst Wettlaufer (Chief Financial Officer) das neue Management-Board und übernehmen die Führung des Frankfurter Y&R-Büros. Doch damit nicht genug: Um Baader und Hermes zu locken, geht Y&R einen ungewöhnlichen Weg. Das Duo wird eine eigene Agentur in Hamburg aus der Taufe heben, an der Y&R die Minderheit halten wird. Zu Baader Hermes Y&R soll später auch Fred Baaders langjähriger Weggefährte Wolfgang Behnken, derzeit noch bei APL unter Vertrag, hinzustoßen. Als Startkunden werden der Otto-Versand, Milka und die Hypo-Vereinsbank mit dem Below-Paket gehandelt. Die Option der Selbstständigkeit war für beide Werber Bedingung, sich auf den Deal mit Y&R einzulassen: Nach seiner Station im AP-Lintas-Net work wollte Baader etwas Eigenes auf die Beine stellen – zusammen mit Hermes, seinem ehemaligen Kollegen bei Baader, Lang, Behnken. Diesen Schritt mit Y&R zu gehen, empfindet er als optimal: "Die Lösung ist eine höchst interessante Herausforderung. Hamburg plus Frankfurt finde ich viel attraktiver als Hamburg allein." Auch Hermes hat die Mixtur aus "Entrepreneurship und Networking" überzeugt: "Die Kombination aus unternehmerischen Kräften und den Standards einer globalen Agenturkette ist überaus reizvoll." Dass das Augenmerk des Duos zu sehr auf der Hamburger Neugründung liegen könnte, befürchtet Lange nicht: "Beide Agenturen stehen gleichermaßen im Fokus. Mit dem neuen Deutschland-Board haben wir eine Ebene geschaffen, um beide Agenturen nach vorne zu bringen." Auch er sieht große Chancen in der neuen Agentur konstellation: "Der Charme der Lösung besteht darin, dass wir in Ham burg eine unternehmerische Agentur mit einer nationaler ausgerichteten Klientel und damit eine gute Ergänzung zu Y&R in Frankfurt haben." In Frankfurt geht es Hermes und Baader jetzt darum, neue Strukturen und Perspektiven zu schaffen: "Die Leute hier zu stärken, ist das Allerwichtigste."bw Ausführliche Story und Interview in HORIZONT-Printausgabe am Donnerstag.
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