"Wir sind Helden": Fake-Antwort von Jung von Matt stiftet Verwirrung

Freitag, 25. Februar 2011
Die gefakte Antwort von Jung von Matt an Wir sind Helden
Die gefakte Antwort von Jung von Matt an Wir sind Helden

Dumm gelaufen: Ob namhafte Tageszeitung, renommierter Branchendienst oder Twitternutzer in Serie – sie alle sind auf eine Satire reingefallen, die die "Süddeutsche Zeitung" bei Jetzt.de als vermeintliche Antwort der Werbeagentur Jung von Matt auf Judith Holofernes veröffentlicht hatte. In der angeblichen Antwort der Werbeagentur stichelt der Autor beispielsweise gegen die Frontfrau Judith Holofernes: "Auch wenn unsere Leser den Sex-Appeal einer weltverbesserischen Neofeministin mit Sendungsbewusstsein wohl nicht ganz erfassen werden. Denn für BILD- Leser haben Frauen nur eine Seite: Seite 1." Jung von Matt stellte nun gegenüber HORIZONT.NET klar: "Die Antwort auf die Antwort von Judith Holofernes ist nicht von JvM."

Hintergrund: "Wir sind Helden"-Sängerin Judith Holofernes hatte eine Anfrage von JvM abgelehnt, als Testimonial der Bekenner-Kampagne für "Bild" anzutreten. Gleichzeitig machte sie in einem Beitrag auf der Website der Band Front gegen "Bild" und die Werber und sorgte damit für mächtig Aufsehen im Web. Der Web-Server der Band brach unter dem Ansturm zusammen. Auch der Horizont-Blog Off-the-Record.de, der die Anfrage der Agentur und die Antwort von Holofernes im Wortlaut dokumentiert, kämpft inzwischen mit Traffic-Engpässen.

Obwohl die gefälschte Antwort bei jetzt.de leicht als Satire zu erkennen ist, wurde sie von vielen Lesern für bare Münze genommen, eifrig weiter verbreitet und sorgte prompt für Häme gegenüber der Agentur.

Die reagiert allerdings längst nicht so ausführlich, sondern nur kurz und sachlich auf die Veröffentlichung ihrer Anfrage durch die Band und die anschließende Attacke: "Bild und JvM haben "Wir sind Helden" um ihre Meinung zu BILD gefragt und Judith Holofernes hat für "Wir sind Helden" geantwortet und hat ihre Meinung veröffentlicht. Dass wir niemanden in seiner freien Meinungsäußerung einschränken wollen, haben wir in unserer Anfrage deutlich gemacht“, heißt es aus Hamburg. ork
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