Werbung jenseits der Geschmacksgrenze von Jung von Matt

Donnerstag, 01. November 2007
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Obszön, ekelhaft, geschmacklos - eine Kampagne des Magazins "Deutsch" sorgt derzeit im Internet für helle Empörung. "Das ist wieder mal eine Aktion, die die gesamte Branche schlecht aussehen lässt", ärgert sich ein Diskutant auf dem HORIZONT-Blog Off-the-record.de. Ausgerechnet Jung von Matt, die Agentur des GWA-Präsidenten und ZAW-Vizepräsidenten und Antreiber von "Du bist Deutschland", Holger Jung, hat die kommunikative Geschmacklosigkeit inszeniert.
Seit einer Woche werden sodomistische Motive in Titeln wie "Monopol" und "Gala" geschaltet - teilweise leicht entschärft. Gegenüber HORIZONT weist Daniel Adolph, Geschäftsführer von Jung von Matt/Neckar, den Vorwurf der Sodomie zurück: "Diese Assoziation liegt allein beim Auge des Betrachters." Folgerung: Die "Augen der Betrachter" - zur Geschmacklosigkeit neigende Sinnesorgane? Holger Jung hält sich bedeckt. Der Agenturchef hat sich gegenüber HORIZONT bislang nicht geäußert.

Umstrittenes JvM-Motiv
Umstrittenes JvM-Motiv
Das einzig Positive am Fall "Deutsch": Der Auftritt gibt Kreativen, Beratern, Journalisten und Anzeigenleitern Gelegenheit, über Sinn und Zweck von Werbung und Kommunitation zu diskutieren: Wie weit darf Werbung gehen? Müssen Magazine jede Geschmacklosigkeit abdrucken, sofern nach Preisliste bezahlt wird? Was sagt der ZAW, der permanent vor drohenden Werbeverboten warnt? Und was meint der Werberat? Fragen über Fragen - diskutiert wird auf Off-the-record.de vs

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