Werbemarkt-Prognose von Magna Global: Deutschland trotzt der Finanzkrise

Mittwoch, 05. Dezember 2012
Die Werbeausgaben steigen - insbesondere für digitales Inventar wie Banner, Videos und Social Ads
Die Werbeausgaben steigen - insbesondere für digitales Inventar wie Banner, Videos und Social Ads

Der globale Werbemarkt wird im kommenden Jahr um 3,1 Prozent wachsen. Das prognostiziert die Interpublic-Tochter Magna Global in ihrem "Advertising Forecast 2013". Der deutsche Markt erweist sich danach als stabil: Hierzulande werden die Werbe- und Mediaumsätze im kommenden Jahr um 0,8 Prozent zulegen. Damit ist Deutschland hinter Großbritannien der zweitgrößte Werbemarkt Europas. Auch im Jahr 2012 wächst der hiesige Werbemarkt - trotz Euro- und Finanzkrise. Für das laufende Jahr erwartet Magna Global ein Wachstum der hiesigen Werbeausgaben um 0,5 Prozent auf etwa 18 Milliarden Euro. Stärkstes Segment bleibt mit 44 Prozent Werbemarktanteil Print - der Ausgabentrend scheint jedoch die zuletzt wenig optimistischen Prognosen für Gedrucktes zu bestätigen: Die Werbevolumina im Print-Segment gingen um 3,6 Prozent (Zeitungen) bzw. 4,3 Prozent (Zeitschriften) zurück.

TV hingegen hat zugelegt - wenn auch nur um einen Prozent. Das verhaltene Wachstum überrascht angesichts zahlreicher TV-Highlights im Kalenderjahr 2012: Die Analysten von Magna Global stellten fest, dass weder die Fußball-Europameisterschaft noch die Olympischen Spiele relevante Auswirkungen auf die TV-Ausgaben hatten. Erneut ordentlich gewachsen sind wie zu erwarten die Ausgaben für digitales Werbeinventar: Für Werbeformen wie Banner, Online-Filme und Social Ads verzeichnen die Analysten ein Wachstum von 9,2 Prozent - dies entspricht einem Gesamtumsatz von 3,4 Milliarden Euro.

"Besonders die zunehmende Zahl von Tablets treibt den Bereich Digital massiv voran", sagt Michael Dunke, CEO der IPG-Mediaagentur Universal McCann. "Nur drei Jahre nach der Einführung der ersten Geräte nutzen bereits über 50 Millionen User weltweit mobile Anwendungen – Tendenz steigend. Dies schlägt sich auch massiv auf den deutschen Markt nieder. Die signifikanten Mobile-Wachstumszahlen werden sich auch in 2013 fortsetzen."

Eurokrise hemmt globalen Werbemarkt

Für 2012 stellt Magna Global ein weltweites Wachstum der Werbebranche von 3,8 Prozent fest und korrigiert damit die Analyse vom Juni 2012 um 1,0 Prozent nach unten. Der Grund: Die anhaltende Finanz- und Eurokrise habe die Investitionen der Unternehmen im laufenden Jahr negativ beeinflusst. Diese Entwicklung soll sich im kommenden Jahr fortsetzen: Für 2013 prognostizieren die Analysten Werbeausgaben von 3,1 Prozent.

In den Jahren danach soll sich die globale Werbewirtschaft dann wieder erholen. Für 2014 sagt Magna Global ein globales Wachstum von 6,0 Prozent und für 2015 von 4,9 Prozent voraus. Allerdings könnten diese Zahlen aufgrund der weiterhin laufenden Verschiebung hin zu digitalen Werbemaßnahmen und den damit einhergehenden Preissenkungen noch korrigiert werden, so die Analysten. Den nächsten Advertising Forecast veröffentlicht Magna Global im Juni 2013. ire
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