WPP verhandelt exklusiv über Cordiant-Übernahme

Mittwoch, 18. Juni 2003

Die britische Werbeholding WPP hat offenbar den Kampf um die hoch verschuldete Cordiant Communications Group gewonnen. CEO Martin Sorrell verhandelt derzeit exklusiv mit den Cordiant-Verantwortlichen über eine Übernahme der hoch verschuldeten Holding. Die Mehrheit der Gläubiger hat dazu ihre Zustimmung gegeben. WPP setzte sich gegen die französische Konkurrenz von Publicis durch, die mit Unterstützung des Cordiant-Gläubigers Cerberus Capital Management ebenfalls um das Unternehmen geboten hatte. "Ich möchte Publicis nicht in einen Bieterwettstreit verwickeln. Ich denke, unser Angebot war richtig und vernünftig", kommentiert Publicis-Chef Maurice Lévy den Rückzug der Franzosen, die kein weiteres Angebot abgeben wollen. Trotzdem sieht Lévy gute Chancen, Zenith Optimedia vollständig zu übernehmen. Publicis hält derzeit 75 Prozent der Anteile an der Mediaagentur, Cordiant die restlichen 25. Die Franzosen waren außerdem an Bates und der Bates-Dialogtochter 141 Worldwide interessiert.

Der Deal mit WPP wird möglicherweise erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Agenturlandschaft haben. Im Zuge der Übernahme könnte die Marke Bates sogar vom Markt verschwinden. So ist beispielsweise in den USA im Gespräch, Bates in der J. Walter Thompson-Gruppe aufgehen zu lassen. Red Cell und Young & Rubicam könnten das Bates-Erbe in Europa und Asien antreten. Unklar ist derzeit auch, ob der geplante Management Buyout der Cordiant-Agentur Financial Dynamics noch umgesetzt werden kann. WPP wird die Übernahme mit Hilfe von der Investorengesellschaft Active Value finanzieren. Active Value ist mit rund 16 Prozent an Cordiant beteiligt und wird im Zuge der Übernahme Anteile an WPP erhalten. hjs
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