WPP senkt Wachstumsprognose

Freitag, 31. August 2012
WPP-Chef Martin Sorrell
WPP-Chef Martin Sorrell

Die schwächelnde Konjunktur in Europa, geringeres Wachstum in den USA und sinkende Werbeinvestitionen setzen nun auch der weltgrößten Werbeholding WPP zu. Der von CEO Martin Sorrell geführte Konzern hat seine Wachstumsprognose für das Jahr 2012 gesenkt. Statt 4 Prozent erwartet die Muttergesellschaft von Agenturen wie Ogilvy, Grey, Y&R, JWT und Group M für 2012 nur noch einen Zuwachs von 3,5 Prozent. An ihren Ertragszielen hält die Gruppe aber weiter fest. Im 2. Quartal schwächelte vor allem das Geschäft in Westeuropa. Hier fielen die Umsätze um 3 Prozent. Rechnet man Währungseffekte und Akqusitionen heraus, ergibt sich ein leichtes Plus von 0,8 Prozent. Vergleichweise gut geschlagen haben sich Märkte wie Deutschland, Italien und die Schweiz, die einstelliges Wachstum erzielen konnten. Weniger erfreulich lief es dagegen in Ländern wie Spanien, Portugal, Frankreich und Griechenland, aber auch den Niederlanden, Dänemark und Finnland.

In den USA liegt das Umsatzminus im 2. Quartal (ohne Währungseffekte und Zukäufe) bei 0,6 Prozent. In Großbritannien konnte WPP in diesem Zeitraum um 3,5 Prozent zulegen, in Wachstumsregionen wie Asia Pacific, Lateinamerika und Zentralosteuropa um fast 10 Prozent. Unter dem Strich erzielte der Konzern im 2. Quartal einen Umsatz von 2,58 Milliarden britischen Pfund (3,26 Milliarden Euro). Das entspricht einem Zuwachs von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das 1. Halbjahr ergibt sich ein Plus von 3,6 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 4,97 Milliarden Pfund (6,28 Milliarden Euro). Der Vorsteuergewinn beträgt 570 Millionen Pfund (720 Millionen Euro)

Für das kommende Jahr erwartet WPP-Chef Sorrell wegen der fehlenden weltweiten Großereignisse keine bedeutenden Wachstumsimpulse. Mehr Hoffnungen setzt er auf 2014, wenn die Fußball-WM in Brasilien und die Olympischen Winterspiele in Sotschi stattfinden. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen wurde bekannt, dass WPP den Konzernsitz zurück nach London verlegen will. 2008 war man wegen der steuerlichen Vergünstigungen in Irland nach Dublin gegangen. mam
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