WPP: "Klassische Werbung schlägt zurück"

Freitag, 29. Oktober 2010
WPP-Chef Martin Sorrell
WPP-Chef Martin Sorrell

Die weltgrößte Werbeholding WPP ist weiter auf Erholungskurs. Der Konzern, zu dem Agenturnetzwerke wie Ogilvy, Y&R, JWT und Grey sowie die Mediaagenturgruppe Group M gehören, meldet für das 3. Quartal 2010 den höchsten Umsatzzuwachs seit zehn Jahren. Laut den heute vorgelegten Zahlen für Juli bis September stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,2 Prozent auf 2,15 Milliarden Pfund (2,35 Milliarden Euro). Bereinigt um Zukäufe und Währungseffekte liegt das Plus bei 7,5 Prozent. Besonders kräftig fiel der Umsatzanstieg mit fast 10 Prozent in den USA aus. Westeuropa (ohne Großbritannien) konnte um etwas mehr als 6 Prozent zulegen. In China und Inden gingen die Umsätze sogar um 23 Beziehungsweise rund 15 Prozent nach oben.

Betrachtet man die 9-Monats-Bilanz (Januar bis September), so ergibt sich für die WPP-Gruppe ein bereinigtes Plus von 4,1 Prozent auf 6,69 Milliarden Pfund (7,66 Miliarden Euro). Bemerkenswert ist vor allem die Erholung im Bereich "traditional advertising" - sprich klassische Werbung und die entsprechenden Mediainvestitionen. Hier liegt das bereinigte Plus für die ersten neun Monate bei 5 Prozent. Über alle Disziplinen hinweg liegt der Zuwachs bei rund 4 Prozent. "Klassische Werbung schlägt zurück", heißt es dazu in einer Mitteilung von WPP.

Auch der Ausblick für das 4. Quartal fällt positiv aus - wenngleich der von CEO Martin Sorrell geführte Konzern gewisse Risiken nicht verschweigen will. So müsse man weiterhin die Entwicklung des Euro, die Konsumnachfrage in den USA sowie die angespannte Haushaltslage in vielen Ländern im Blick behalten. Die alles führe dazu, dass sich die Werbungtreibenden in vielen Märkten nach wie vor abwartend verhalten würden. Für das Gesamtjahr geht WPP nun offenbar von einem stärkeren Umsatzzuwachs als bislang erwartet aus. Zitiert werden Prognosen, die ein Plus von 4 Prozent vorhersagen. Auch für das kommende Jahr plant die Gruppe mit einer ähnlichen Zuwachsrate. Bislang war man von einem Plus von maximal 2 Prozent ausgegangen.

Der für seine anschaulichen Konjunkturprognosen bekannte Sorrell hat sein Bild von einer "LUVVy"-geformten Erholungskurve inzwischen in eine "LUV"-Kurve korrigiert ("L" für die Entwicklung in Westeuropa, "U" für Nordamerika und "V" für Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China). mam          
Meist gelesen
stats