WPP-Investoren lassen die Muskeln spielen und drohen mit Ablösung von CEO Martin Sorrell

Montag, 11. März 2013
Investoren wollen das Gehalt von WPP-Chef Martin Sorrell kürzen (Foto: WPP)
Investoren wollen das Gehalt von WPP-Chef Martin Sorrell kürzen (Foto: WPP)
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Im Streit um die Bezüge von WPP-Chef Martin Sorrell und Investoren werden härtere Geschütze aufgefahren. Inzwischen wird öffentlich eine mögliche Ablösung des 68-Jährigen als CEO der weltgrößten Werbeholding ins Spiel gebracht, um den Forderungen nach einer Kürzung seiner Bezüge Nachdruck zu verleihen. Wie die "Sunday Times" berichtet, haben die Gespräche von Holding-Chairman Phil Lader und wichtigen Aktionären bislang zu keinem Ergebnis geführt. Die größten Anteilseigner seien nicht zufrieden mit den vorgeschlagenen Gehaltskürzungen und hätten gedroht, auf eine Trennung von Sorrell hinzuwirken, wenn ihre Forderungen nach stärkeren Einschnitten bei seinem Gehalt nicht erfüllt werden. "Sollte es diesen Sommer wieder zu einer Rebellion kommen, wäre das ein klares Zeichen dafür, dass sich die Shareholder auch ein Leben ohne Sorrell vorstellen können", zitiert die "Sunday Times" einen Investor.

Bereits im vorigen Jahr war es zu einer Kontroverse um die Bezüge des WPP-Chefs gekommen. Bei der Jahreshauptversammlung im Mai wurde der Gehaltsreport abgelehnt. Kritisiert wurde vor allem das Einkommen von CEO Sorrell, der inklusive Boni 13 Millionen britische Pfund erhalten hatte. Sein Fixgehalt lag bei 1,3 Millonen Pfund, das entspricht einem Anstieg von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz der drohenden Eskalation ist eine Ablösung von Sorrell als Chef von WPP derzeit schwer vorstellbar. Er gilt - jenseits der Gehaltsdiskussion - als der unangefochtene Kopf der Gruppe. Ein potenzieller Nachfolger ist bislang nicht in Sicht. Sorrell steht seit 1985 an der Spitze der Holding, die er seitdem durch mehrere Übernahmen zum weltgrößten Werbekonzern formte. Zu WPP gehören unter anderem die Agenturnetzwerke Ogilvy & Mather, Y&R, JWT und Grey sowie der Mediaagenturverbund Group M und das Marktforschungsunternehmen TNS. mam    
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