WPP-Chef Sorrell tauscht das "L" gegen "LUV"-Kurve

Freitag, 30. Oktober 2009
Martin Sorrell spricht jetzt von "LUV"
Martin Sorrell spricht jetzt von "LUV"
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Martin Sorrell, Chef der britischen Werbeholding WPP, sieht für die Werbebranche nicht mehr ganz so schwarz wie zuletzt - zumindest offiziell. Nachdem er vor einigen Wochen noch ein dramatisches Bild von der Entwicklung gezeichnet hatte, erklärt sein Unternehmen jetzt, dass es kein "Armageddon" gebe. Die Monate Juli, August und September seien weniger schlecht gelaufen als das 2. Quartal. Statt von einer "L"-Kurve für den Verlauf der Konjunktur spricht Sorrell nun von einer "LUV"-Kurve. Für Europa geht er nach wie vor von keiner raschen Erholung, sondern einem Verharren auf niedrigem Niveau (L) aus. In Nordamerika sieht er nach Abschwung und kurzer Delle wieder einen Aufwärtstrend (U) und für die BRIC-Staaten erwartet er eine rasche Erholung (V).

WPP verzeichnet für das 3. Quartal ein Umsatzminus von 8,7 Prozent. Rechnet man Zukäufe und Währungseffekte hinein, ergibt sich ein Plus von 16,7 Prozent auf rund 2 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro). Die Neunmonatsbilanz ergibt folgendes Bild: Das Umsatzvolumen sank um 8,4 Prozent, die nicht bereinigte Zahl weist ein Plus von 24,5 Prozent auf 6,3 Milliarden Pfund (rund 7 Milliarden Euro) aus.

Die Mitarbeiterzahl des Konzerns, zu dem Agenturen wie Ogilvy, Y&R, Grey und JWT sowie die Mediaagenturholding Group M gehören, sank von mehr als 112.000 (Stichtag: 31.12.2008) auf etwas mehr als 101.000 zum 30. September 2009. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozent. An den Renditezielen für das 2. Halbjahr hält WPP fest. Eine genaue Prognose für das kommende Jahr gibt die Holding nicht ab, hofft aber, die Umsätze von 2009 halten zu können. mam
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