WPP-Chef Sorrell: "Es wird nie wieder so wie vorher"

Mittwoch, 23. September 2009
WPP-Chef Martin Sorrell
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WPP-Chef Martin Sorrell bleibt pessimistisch hinsichtlich einer Erholung der Werbemärkte. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" schildert er, dass sich die Branche auf eine längere Durststrecke einstellen muss. Sorrell: "Für uns hat die Rezession die Form eines L. Das heißt, dass wir nie wieder dahin kommen werden, wo wir einmal waren. Die Vorhersagen für die Investitionen in klassische und nichtklassische Formen der Werbung sehen für die nächsten zwei bis drei Jahre ziemlich blass aus." Free-TV, vor allem aber Zeitungen und Zeitschriften dürften daher kaum mehr an frühere Zeiten anknüpfen können. Was die Einschätzung der Krise angeht, räumt Sorrell ein, dass auch WPP lange Zeit zu optimistisch war und sich zu langsam bewegt hat. Man habe zunächst mit einem Minus von 2 Prozent gerechnet, habe sich dann auf Minus 4 Prozent korrigiert. Am Ende sei man im 1. Halbjahr bei einem Minus von 8 Prozent gelandet. Besonders schwer sei es, in der aktuellen Situation, die Kosten angemessen zu reduzieren.

"Wir investieren pro Jahr rund 9 Milliarden Dollar in Personal. Wir haben hier bereits Anpassungen vorgenommen, aber wir können gar nicht so schnell Personal abbauen wie im Moment die Umsätze fallen", so Sorrell. WPP hat bis Ende Juli dieses Jahres rund 7 Prozent der Arbeitsplätze gestrichen. Die Halbjahreszahlen weisen einen Einbruch des Vorsteuergewinns von fast 50 Prozent aus.

Zu WPP gehören Agenturnetzwerke wie Ogilvy, Y&R, Grey, JWT sowie die Mediaagenturholding Group M. mam  
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