WPP-Chef Martin Sorrell mahnt zur Vorsicht

Mittwoch, 24. August 2011
WPP-Chef Martin Sorrell
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Martin Sorrell, Chef der weltgrößten Kommunikationsholding WPP, blickt mit etwas weniger Optimismus in die Zukunft als zuletzt - trotz der guten Entwicklung seiner Gruppe im 1. Halbjahr 2011. Es gebe Gewitterwolken und man müsse abwarten, wie sich die jüngsten Einbrüche an den Börsen auf das Denken und Verhalten von Verbrauchern und Kunden auswirkten, teilt WPP bei der Vorlage der Bilanz für die ersten sechs Monate mit. Die aktuellen Zahlen können sich durchaus sehen lassen. Der um Zukäufe und Währungsschwankungen bereinigte Umsatz stieg um 6 Prozent auf 4,71 Milliarden britische Pfund. Das entspricht rund 5,4 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn konnte sogar um 37 Prozent auf 334 Millionen Pfund (382 Millionen Euro) gesteigert werden. Am stärksten zulegen konnte die Gruppe, zu der Agenturnetzwerke wie Ogilvy, JWT, Y&R und Grey sowie der Mediaagenturverbund Group M gehören, in der Region Asia/Pacific. Hier beträgt der bereinigte Umsatzzuwachs 10,5 Prozent. In den USA liegt das Plus bei 5,4, in Westeuropa (ohne Großbritannien) bei 5,1 Prozent.

In Bezug auf die Disziplinen fällt das Wachstum im Bereich Werbung und Media mit 8,1 Prozent am stärksten aus. Die geringste Zuwachsrate verzeichnet WPP im Bereich Marktforschung mit 2,3 Prozent. Ohne die assoziierten Partner beschäftigt die Holding derzeit rund 110.000 Mitarbeiter, das sind 4,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Inklusive Partner sind es mehr als 150.000 Beschäftigte. Angesichts der aktuellen Unsicherheit in den Märkten will man bei der Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter aber besonders vorsichtig sein.

Aufgestockt wird hingegen das Budget für Akquisitionen. Standen dafür in der Vergangenheit rund 100 Millionen Pfund pro Jahr zur Verfügung, sind es nun 400 Millionen. In diesem Jahr hat WPP bereits unter anderem die deutsche Commarco-Gruppe (Scholz & Friends) gekauft. mam
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