Verrückte Online-Kampagne: Webguerillas ziehen in den Kampf um die deutsche Sprache

Donnerstag, 22. März 2012
Hermann alias German will die deutsche Sprache retten
Hermann alias German will die deutsche Sprache retten


Die deutsche Sprache ist in Gefahr: Bösewichte wie Lord Vakuum wüten in Deutschland, kidnappen unschuldige Menschen und rauben ihnen die Sprache. Doch es gibt einen, der den Kampf gegen die bösen Mächte aufnimmt: Hermann. Der verrückte Online-Clip bildet den Mittelpunkt einer viralen Kampagne des Goethe-Instituts, um im Ausland mehr Sympathisanten für die deutsche Sprache zu gewinnen. Für die Umsetzung hat der gemeinnützige Verein die Agentur Webguerillas beauftragt. Die Münchner Kreativen hatten sich mit der Idee an einem Pitch für eine Social Media-Kampagne beteiligt. Während eine andere Agentur das Mandat erhalten hatte, war das Goethe-Institut so von der Heldengeschichte begeistert, dass sie den Webguerillas eine eigene Kooperation anboten. Ziel der Kampagne ist es, Klischees gegenüber der deutschen Kultur aufzubrechen und Deutsch als Fremdsprache interessanter zu machen. Dazu spielt der Spot mit typisch deutschen Stereotypen.

Die Story: Der tollpatschige Anti-Held Hermann reist in die deutsche Hauptstadt, um seinen als vermisst gemeldeten Freund zu finden. Als er in einem zünftigen Brauhaus auf die vollbusige Kellnerin im Dirndl trifft, scheint diese mehr über seinen Kumpel zu wissen. Doch bevor sie ihm entscheidende Informationen verraten kann, wird auch sie von Lord Vakuum und seiner Gang gekidnappt. Zeit für Hermann, andere Saiten aufzuziehen. Als Superman in grün-roter Kluft forciert er die Jagd auf den Bösewicht und stellt dabei seine Anpassung an die deutschen Gepflogenheiten unter Beweis. Als er auf den bösen Lord trifft, schöpft er seine Sprachkenntnisse voll aus, um ihn zu besiegen.

Die Münchner Webguerillas setzen bei der Kampagne auf Mundpropaganda und die Verbreitung via Facebook. User, die sich den Trailer anschauen wollen, können sich mit ihrem Facebook-Profil anmelden und so ihr Profilfoto in den Spot einbauen. Auch die Gestaltung als Trailer eines Kinofilms soll die Viralität erhöhen. "Der Fake- oder Real-Effekt löst Mundpropaganda aus, die in Folge eine Weiterverbreitung mit sich bringt", ist sich David Eichner, Geschäftsführer bei Webguerillas sicher.

Zu sehen ist der Clip auf einer eigens programmierten Microsite. Unter Goethe.de/german-themovie findet der Nutzer, ähnlich wie auf einer realen Film-Website, Hintergrundinformationen zu den Darstellern sowie personalisierte Filmplakate und Informationen zum Goethe-Institut. Da sich die Kampagne an junge Sprachschüler aus der ganzen Welt richtet, steht die Seite in sechs verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Zunächst soll die Aktion hauptsächlich in den Kernmärkten USA und Russland laufen. Eine Verlängerung in andere Märkte ist laut Agentur allerdings nicht ausgeschlossen. Hanna Klein
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