VdWA-Umfrage: Lage für Agenturen verschärft sich

Dienstag, 07. Juli 2009
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Die Finanz- und Wirtschaftskrise zieht immer weitere Kreise in der Agenturbranche. Laut einer aktuellen Umfrage des Verzeichnisses deutscher Werbeagenturen (VdWA) und der Kölner Agentur Counterpart unter mehr als 4600 Dienstleistern der Werbe- und Kommunikationswirtschaft rechnet mehr als die Hälfte der Befragten für das Jahr 2009 mit rückläufigen Umsätzen. Bei der Januar-Umfrage des VdWA hatten noch 61 Prozent angegeben, bessere oder zumindest gleichbleibende Umsätze zu erwarten. Erstaunlich: Auch jetzt prognostizieren immer noch 46 Prozent der vorrangig inhabergeführten Umfrageteilnehmer gleichbleibende oder gar steigende Gewinne. Und noch immer sind knapp zwei Drittel der Meinung, die Zahl ihrer Angestellten erhöhen oder zumindest auf dem derzeitigen Stand halten zu können. Im Januar waren noch knapp 80 Prozent davon überzeugt. Die Angaben zur Mitarbeiterentwicklung überraschen vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Entlassungsmeldungen aus vielen Agenturen.

Als größte Herausforderungen für das Jahr 2009 bezeichnen die Befragten die Entwicklung des Neugeschäfts, gefolgt von Kundenbindung. Besonders stark von der Krise beeinflusst wird der Studie zufolge das Kunde-Agentur-Verhältnis. Neben Preisdumping und Ideendiebstahl werden hier vor allem Entscheidungsstau sowie Budgetzurückhaltung und Konzentration der Kommunikationsaktivitäten bei einer Agentur genannt.

Trotz allem kommen die Verfasser der Studie aber zu einem positiven Ergebnis. Vieles spreche dafür, dass die Talsohle der Krise für die Kommunikationsbranche bereits erreicht sei. Diese Aussage deckt sich allerdings kaum mit den Einschätzungen der Chefs vieler großer Agenturen aus den vergangenen Wochen und Monaten, die von einer weiterhin sehr schwierigen Marktsituation ausgehen. mam     
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