VDW-Chef Levermann: "Produktionsbudgets werden kleiner und unrealistischer"

Mittwoch, 04. März 2009
Spürt den Druck der Kunden: Torsten Levermann
Spürt den Druck der Kunden: Torsten Levermann

Torsten Levermann ist seit Anfang des Jahres Geschäftsführer des Verbands Deutscher Werbefilmproduzenten (VDW). Im HORIZONT-Interview spricht er über die Auswirkungen der Finanzkrise auf seine Branche. Als Geschäftsführer des Verbands deutscher Werbefilmproduktionen haben Sie einen guten Überblick über die Branche. Wie beurteilen Sie die Lage? Im Moment werden noch die Projekte realisiert, die schon länger feststehen und beauftragt sind. Daher haben unsere Mitglieder noch vergleichsweise gut zu tun.

Trotzdem ist es schwer vorstellbar, dass die Werbefilmer von der Wirtschaftskrise nichts zu spüren bekommen. Die Krise wird bei Kalkulationsaufforderungen gern als Vorwand genutzt, um sich von qualitativen Aspekten zu verabschieden und die Konditionen noch stärker nach unten zu drücken als bisher. Zudem werden häufiger beauftragte Produktionen abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Das führt zu Ausfallkosten.

Seit Juli 2008 können auch Postproduktionshäuser dem VDW beitreten. Was bedeutet die Krise für diese Firmen? Die Postproduktionen stellen Ähnliches fest. Gleichzeitig betonen sie, dass auch in Krisenzeiten die Fairness und der Respekt vor geleisteter kreativer Arbeit und inhaltlichem Input bewahrt bleiben muss.

Und das geht nicht unter bestimmten Budgethöhen? Kreativer und inhaltlicher Input hat noch nie bedeutet, so teuer wie mögich zu produzieren, dazu ist der Wettbewerb viel zu stark. Aber momentan werden bei meist größerem, mindestens aber gleichem Anspruch die Budgets immer kleiner und unrealistischer. 

Wer ist Ihrer Meinung nach in der momentanen Lage besser aufgestellt, die großen Unternehmen oder die kleinen Produktionshäuser? Das kann ich nicht pauschal beantworten. Allein durch ihre spezifische Größe ist keine Produktion gegen eine aufziehende Krise geimpft.

Sondern? Jede Post- oder Werbefilmproduktion mit gesunden Kundenbeziehungen, unabhängig von ihrer Größe, ist zunächst mal vernünftig aufgestellt. Interview: JuliaFuhr

Mehr zum Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 10/2009, die am 5. März erscheint.
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