VCCP nimmt Geeks für O2 ins Visier

Dienstag, 07. August 2012
Insgesamt wurden 600 Plakate in Berlin angebracht
Insgesamt wurden 600 Plakate in Berlin angebracht
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VCCP Telefónica Germany Deutschland Berlin Kreative Ansprache



Ungewöhnliche Zielgruppe, ungewöhnliche Ansprache: Die Berliner Kreativen von VCCP haben für ihren Stammkunden Telefónica O2 eine Ambient-Kampagne entwickelt, deren Botschaften fast komplett in Programmiersprache verfasst sind. Mit dem Auftritt wollen Telefónica Germany und ihre Marke O2 auf die von ihr gesponserte Campus Party aufmerksam machen. Das Festival in Berlin für junge Technologie- und Wissenschaftstalente findet vom 21. bis 26. August erstmals in Deutschland statt. Die mehrstufige, nur rund 150.000 Euro leichte Kampagne "See what’s behind" umfasst unter derem Plakate, Videoinstallationen und bemalte Hauswände. Für die Plakate hat VCCP um die beiden Kreativen Oliver Frank und Lars Wohlnick sogenanntes App Texx Material verwendet, ein mit Klebstoff beschichteter Stoff, den man wieder abziehen und danach auch neu wieder aufbringen kann. Doch das wirklich Ungewöhnliche ist die verwendete Sprache.

Projektion in der Berliner Kastanienstraße
Projektion in der Berliner Kastanienstraße
"Es war klar, dass wir die Zielgruppe der Digital Natives und Geeks nicht mit den üblichen Massenmedien erreichen können. Daher haben wir mit den Ambient-Botschaften, verfasst in der Programmiersprache Objective-C, einen Weg gewählt, die nur jene Insider verstehen können, die für diesen Event gewinnen wollen", so Frank gegenüber HORIZONT.NET. Botschaften wie "I code therefore I am" oder "If you have a brain, you are a startup" sollen Programmierer und Technologieaffine für die Campus Party begeistern und eine Diskussion entfachen.

Im zweiten Schritt ergänzen Online-Banner (Agentur: Interone) auf Gaming-, Wissenschafts-, IT- und regionalen Medien-Seiten wie taz.de und berlin-startup.de den Auftritt, die auf die website o2.de/campusparty verweisen. Auch eine Juke-Box in Berliner Szene-Bars, deren Musik mittels eines Tweets abgespielt werden kann, gehört zum Maßnahmenpaket. VCCP will mit der Kampagne einladen, "hinter die Fassade des Gewohnten zu blicken und aktiv am Quelltext einer europäischen Geschichte mitschreiben", ergänzt Frank.

Die ungebrandeten Plakate gibt es in den verschiedensten Ausführungen
Die ungebrandeten Plakate gibt es in den verschiedensten Ausführungen
Denn genau darum geht es bei der Campus Party, die unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission steht. In Gesprächsrunden, Präsentationen und Workshops können sich die über 10.000 erwarteten Besucher austauschen. Prominente Redner wie der Buchautor Paulo Coelho und IT-Legende Sir Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, halten Keynotes. O2 ist zum einen mit seiner Startup-Förderung Wayra und zum anderen mit seinem Förderprogramm Think Big vertreten, bei dem Jugendliche gemeinsam mit Profi-Programmierern eine eigene Smartphone-Anwendung entwickeln können. Das beste App-Konzept wird dann professionell umgesetzt.

Laut Tim Alexander, Vice President Brand Management von Telefónica Germany, soll das Sponsoring der Campus Party das Unternehmen und die Produktmarke O2 "mit dem Pioniergeist junger Menschen mit guten Ideen aufladen". Das Ziel ist ein Großes: die "Entwicklung eines Silicon Valleys in Deutschland vorantreiben", so Alexander. Pitchen musste VCCP um den Kampagnenetat übrigens nicht - auch wenn das neue Agenturmodell, das O2 vor kurzem vorstellte, dies vermuten ließ. jm
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