"Unseriös und unprofessionell": GWA-Vize Strerath prangert CREA-Ausschreibung an

Mittwoch, 06. Juli 2011
Ogilvy-CEO Thomas Strerath empört sich über die CREA-Ausschreibung
Ogilvy-CEO Thomas Strerath empört sich über die CREA-Ausschreibung

Die Organisatoren des CREA-Awards haben dieses Jahr einen ganz besonderen Anreiz geschaffen, um Agenturen zur Teilnahme an dem Wettbewerb zu bewegen. Einen Anreiz, der bei einigen Marktteilnehmern für Empörung sorgt: Die drei besten Teilnehmer in der Kategorie „Digitale Kommunikations-/Online-Agentur" erhalten nicht nur ihre Auszeichnungen für die beste Eigendarstellung, sondern auch die Chance, vor der Marketingabteilung der „Süddeutschen Zeitung" zu präsentieren. Letztere ist bekanntlich Unterstützerin des Awards - und deren Marketingleiterin Daniela Klein erhofft sich auf diese Weise frische Impulse fürs digitale Marketing und den Kontakt zu spannenden Agenturen in diesem Bereich. Für Ogilvy-CEO und GWA-Vize Thomas Strerath ist dieses Vorgehen „der Gipfel der Dreistigkeit" - vor allem angesichts der Tatsache, dass sich hinter dem CREA der Agenturmittler Cherrypicker verbirgt, der sein Geld damit verdient, Pitchprozesse zu begleiten. „Man kann die Agenturauswahl doch nicht an den Sieg bei einem Kreativwettbewerb koppeln. Das ist unseriös und unprofessionell", sagt Strerath. Auf das Thema Pitchberater ist der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA derzeit ohnehin kritisch zu sprechen. Hierzulande werden bei den entsprechenden Firmen - allen voran Marktführer Cherrypicker - transparente Prozesse vermisst, wie sie etwa in öffentlichen Ausschreibungen üblich sind. Deshalb strebt der Verband einen Code of Conduct an, der bestimmte Standards definieren soll. Cherrypicker-Inhaber Oliver Klein hat bereits im März signalisiert, dass er dieses Ansinnen nicht unterstützen will.

Wie es aussieht, steht jetzt die nächste Meinungsverschiedenheit zwischen dem GWA und Cherrypicker in Haus. Klein sieht nämlich überhaupt nichts Unseriöses an dem Vorgehen, den CREA-Gewinnern einen Präsentationstermin in Aussicht zu stellen. Im Gegenteil: „Unsere Jury besteht hauptsächlich aus Kunden. Und die treten hier schließlich nicht zuletzt an, um sich Orientierung zu verschaffen und zu schauen, welche spannenden Agenturen es gibt. Viele unserer Jurymitglieder gehen im Nachhinein auf CREA-Teilnehmer zu und laden sie ein." Der in Aussicht gestellte Neugeschäftstermin bei der „Süddeutschen Zeitung" sei einfach nur ein zusätzlicher Anreiz, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen - „nicht mehr und nicht weniger", betont Klein. „Es handelt sich dabei schließlich nicht um ein Kopplungsgeschäft." bu
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