Unilever: Omnicom-Tochter PHD ist Favorit im Planungs-Pitch

Freitag, 29. Juni 2012
Spekulationen um Mediaetat: Die Unilever-Niederlassung in Hamburg
Spekulationen um Mediaetat: Die Unilever-Niederlassung in Hamburg

In den Pitch um das weltweite Mediabudget von Unilever scheint langsam Bewegung zu kommen, aber auch viel Verwirrung. Der Kosumgüterriese überprüft seit Monaten seine Agenturbeziehungen und gehört mit seinem globalen Etat in Höhe von geschätzten 5 Milliarden Euro zu den größten Werbungtreibenden der Welt. Alle zwei Jahre bittet der Konzern die Mediaagenturen, die er unter Vertrag hat, zum Pitch. Dieses Mal ist der Review allerdings zweigeteilt: Im ersten Pitchteil geht es um die Strategie und die kreativen Kommunikationskonzepte, die die Networks für den Großkunden im petto haben. Gesteuert wird dieser Strategie-Pitch dem Vernehmen nach von Unilever in London. Wie US-Fachmedien berichten, soll das Agenturnetzwerk PHD aus der Omnicom Media Group bei diesem Teil der Ausschreibung das Rennen gemacht haben. Noch sei der Vertrag aber nicht final unterschrieben und von Unilever gibt es weder eine offizielle Bestätigung noch ein Dementi.

Wie weiter zu hören ist, macht der strategische Part allerdings nur 2 Prozent des gesamten Mediavolumens aus. Wesentlich wichtiger ist daher das zweite Paket, in dem es um die Konditionen und den Einkauf der weltweiten Werbeplätze geht. Die geschätzt 5 Milliarden Euro sind bislang auf drei Medianetworks verteilt: PHD, Initiative von Interpublic und Mindshare aus der Group M von WPP. Deren Chef Martin Sorrell ist persönlich in den Unilever-Pitch involviert, aber auch Mainardo de Nardis, der das Omnicom-Medianetwork OMD global führt, soll sich bei diesem Review schwer ins Zeug legen.

Dem Vernehmen nach soll Mindshare bereits den Buying-Etat in den USA und Indien erfolgreich verteidigt haben. Ob der WPP-Tochter das auch in Deutschland und damit in einem der wichtigsten Werbemärkte in Europa gelingen wird, steht wohl noch nicht fest. Im vergangenen Jahr war Unilever laut Nielsen mit einem Bruttovolumen in Höhe von 325,7 Millionen Euro der fünftgrößte Werbungtreibende in Deutschland. Mit einer finalen Entscheidung über die Vergabe der Einkaufsetats ist wohl nicht vor September zu rechnen. ejej
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