Umfrage: Fusionsfieber in den USA steigt

Dienstag, 02. Juni 1998

Die amerikanische Werbebranche erwartet in diesem Jahr ein wachsendes Tempo bei Fusionsaktivitäten. Das ist das Ergebnis der jährlichen Befragung von Top-Executives in Werbe- und Mediaagenturen. Nach der aktuellen, von Investmentbank AdMedia Partners, New York, durchgeführten Studie sind 55 Prozent der Befragten überzeugt, daß es in diesem Jahr eine erhöhte Zahl von Akquisitionen und Fusionen in der Werbeszene geben wird. Nur sechs Prozent rechnen mit geringerer Aktivität als in den Vorjahren. Auch der Wert der Transaktionen, meint die Mehrheit der Werbeprofis, werde sich deutlich überdem Niveau der Vorjahre bewegen. Das angeheizte Konsolidierungsklima scheint die Agenturen unter Zugzwang zu bringen. So gaben mehr als 80 Prozent der Käufer und Verkäufer an, das Marktfeld erfordere eine sofortige Durchführung von Transaktionen. Im vergangenen Jahr hatten nur 69 Prozent der Befragten diese Dringlichkeit ausgedrückt.1997 hatte AdMedia in der Werbebranche Akquisitionen im Gesamtwert von 1,25 Milliarden Dollar registriert. An der Spitze lagen True North mit 534 Millionen Dollar, Omnicom mit 369 Millionen Dollar und die Interpublic Group mit 301 Millionen Dollar. 72 Prozent der Top-Executives und damit vier Prozent mehr als 1997 gaben an, sie hätten im abgelaufenen Jahreinen Akquisitionsvorstoß unternommen. 60 Prozent (1997: 45 Prozent) berichten von der Annäherung eines potentiellen Käufers. Als vorrangige Take-over-Ziele werden Unternehmen mit umfassender Marketingerfahrung genannt, vorneweg Spezialisten für Direktmarketing sowie Spezialisten aus dem Interactivebereich und Databasemanagement. Der durchschnittliche Preis für Marketing-Serviceunternehmen wird nach der Prognose in diesem Jahr einen Sprung auf 90 Prozent des Revenue-Wertes machen.
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