UN und Cheil Germany: "Liebesschlösser" gegen Zwangsheirat

Dienstag, 16. April 2013
Die Hohenzollernbrücke in Köln mit "Free The Forced"-Slogan (Foto: Cheil Germany)
Die Hohenzollernbrücke in Köln mit "Free The Forced"-Slogan (Foto: Cheil Germany)
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Unter dem programmatischen Titel "Free The Forced" startet die Deutsche Gesellschaft der Vereinten Nationen in Berlin gemeinsam mit Cheil Germany, Schwalbach am Taunus, eine etwas andere Kampagne, um für das weltweite Problem der Zwangsheirat zu sensibilisieren. Sogenannte "Liebesschlösser" bilden seit einiger Zeit einen zugegebenermaßen eher fragwürdigen Trend: Zum Zeichen ihrer Verbundenheit befestigen Liebespaare eigens verzierte Vorhängeschlösser an den Brücken dieser Welt. Gerade in Großstädten führt das zu einem immensen Aufkommen dieser scheinbar neuartigen Liebesbeweise. Allein auf der Hohenzollernbrücke in Köln sollen mittlerweile rund 160.000 Schlösser befestigt sein.

Cheil Germany nutzt die mittlerweile weltweit bekannte Symbolik nun für den Auftritt im Auftrag der Deutschen Gesellschaft der Vereinten Nationen. Das Motto "Free The Forced" wurde mittels 3500 Schlössern an der Hohenzollernbrücke befestigt. Die zweite Stufe der Kampagne soll aktivieren: Passanten können mit einer Spende eines der Schlösser lösen und so symbolisch eine Zwangsverheiratete "befreien". Die Spende erfolgt dabei durch einen QR-Code auf dem jeweiligen Schloss, einer entsprechenden App auf dem Smartphone und der abschließenden Eingabe des Codes zum Lösen des Schlosses.

Sind am Ende alle blauen Schlösser entfernt, steht die Brücke wieder ganz im Zeichen selbstbestimmter Partnerschaften - so die Intention der Agentur, die mit der Aktion gleichermaßen informieren wie emotionalisieren will. Zudem gibt es verschiedene PR- und Social-Media-Aktivitäten, um sich für die laut Unicef-Schätzungen weltweit 60 Millionen Mädchen einzusetzen, die vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet werden.

Die Erlöse gehen zu gleichen Teilen an den UN-Treuhandfonds zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen sowie Agisra, die Kölner Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen. Tim Theobald
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