Tramp a Benz: PR-Rat rügt Jung von Matt, Mercedes und Aktionskünstler Gbureck

Donnerstag, 18. August 2011
"Tramp a Benz" wird gerügt
"Tramp a Benz" wird gerügt

Lange hat es gedauert, doch nun liegt die Entscheidung vor. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) rügt nach eingehender, auch juristischer Prüfung alle Beteiligten an der Kampagne "Tramp a Benz". Im Einzelnen sind das die Agentur Jung von Matt, Auftraggeber Mercedes-Benz sowie der Künstler Stefan Gbureck. Ihnen allen wird vom Selbstkontrollorgan der deutschen PR-Wirtschaft ein Verstoß gegen das Transparenzgebot und die Absenderklarheit vorgeworfen. HORIZONT.NET hatte bereits am 3. Dezember 2010 darüber berichtet, dass die Domain von „Tramp a Benz" auf die Agentur Jung von Matt zugelassen war. Ausdrücklich kritisiert wird darüber hinaus, dass Jung von Matt die Arbeit beim internationalen Werbefestival in Cannes eingereicht hatte – zu einem Zeitpunkt, als das Beschwerdeverfahren bereits angelaufen war. Die Festivalverantwortlichen werden vom DRPR aufgefordert, der Agentur und dem Kunden den gewonnenen goldenen PR-Löwen abzuerkennen.

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Bei der Aktion "Tramp a Benz" war Künstler Gbureck per Anhalter quer durch Europa gereist und hatte darüber im Internet gebloggt. Der Gag dabei: Gbureck ließ sich nur von Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz mitnehmen. Die Idee dazu hatte Jung von Matt. Allerdings fehlte dem entsprechenden Blog zunächst der Hinweis auf den Auftraggeber. Er wurde nachträglich ergänzt.

Den Einwand, dass der PR-Rat mit seiner Entscheidung jeglicher Guerilla- beziehungsweise Kommunikation mit überraschenden Elementen einen Riegel vorschiebt, lassen die Verantwortlichen nicht gelten. Zentrales Element einer jeden sogenannten Mystery-Phase müsse sein, dass das "Geheimnis" kurzfristig gelüftet und der Absender genannt wird. Dafür habe es bei dieser Aktion aber nachweislich keinen Plan gegeben, so der Rat. Den vollständigen Beschluss inklusive ausführlicher Begründung finden Sie hier. Jung von Matt lehnt eine Stellungnahme zum Thema ab. mam

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