Toyota spart bei Agenturen

Donnerstag, 03. April 2008
Der TV-Spot von Change für den Toyota Corolla Verso ist Geschichte
Der TV-Spot von Change für den Toyota Corolla Verso ist Geschichte

Schlechte Nachrichten für die Frankfurter Werbeagentur Change: Ihr langjähriger Kunde Toyota Deutschland hat die Zusammenarbeit zum 30. September dieses Jahres gekündigt. Als Grund führt das Unternehmen eine Umstellung seines Agenturmodells an. In Zukunft sollen Kampagnen stärker auf europäischer Ebene entwickelt werden. Die regionalen Märkte dürften dabei erheblich an Autonomie verlieren - und damit auch an Möglichkeiten, eigenständige Kampagnen umzusetzen. Europäische Leadagentur von Toyota ist Saatchi & Saatchi.

Offiziell spricht Toyota von "erforderlich Prozess- und Kosteneffizeinzen" aufgrund veränderter Rahmenbedingungen. Es liegt also auf der Hand, dass die Kündigung auch finanzielle Gründe hat. Change war seit zehn Jahren die Leadagentur von Toyota Deutschland im Bereich klassische Werbung - auch wenn zuletzt hier und da klassische Werbemaßnahmen vom BtL-Betreuer BMZ + More in Düsseldorf realisiert wurden.

Dass Toyota in diesem Jahr weniger Geld in Kommunikation investiert, räumt auch Marketingchef Kris Vilhelmsson ein. "Wir treten in diesem Har ein bisschen auf die Bremse. Mit der Einführung der neuen Modelle im Jahr 2009 werden wir aber wieder Gas geben." Bei dem Kölner Importeur ist von einem Minus bei dem Mediageldern von 10 bis 15 Prozent die Rede. Noch wesentlich stärker dürften die Produktionsbudgets sinken.

Interessant wird sein, mit welchen Agenturen Toyota Deutschland künftig in der Werbung zusammenarbeit. Die Möglichkeit, die vom Saatchi-Network entwickelten Kampagnen von dessen Deutschland-Ableger in Frankfurt adaptieren zu lassen, fällt weg. Denn die Agentur hat jüngst den Etat von Volvo Deutschland gewonnen. "Das neue Modell steht noch nicht, die Liste der möglichen Beteiligten ist aber schon definiert", erklärt Vilhelmsson. Sicher ist ihm zufolge, dass BMZ + More an Bord bleibt. Insider halten eine Pool-Lösung für möglich.

Bei Change sind von der Kündigung 15 Mitarbeiter betroffen. Auch der Umsatzausfall dürfte beträchtlich sein. Eine größere Entlassungswelle ist aber nicht geplant. "Nach zehn Jahren und einer auch international erfolgreichen Zusammenarbeit trifft uns diese Entscheidung natürlich hart", erklärt agenturchef Klaus Flettner. "Aber jeder, der länger in diesem Geschäft ist, weiß, dass solche Dinge passieren können. Wir werden uns mit Herzblut und Engagement der neue Situation stellen", gibt sich Flettner kämpferisch.

Mehr zum Thema lesen sie in HORIZONT-Ausgabe 14/2007 vom 3. April.

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