Tonio Kröger: Die 4 Thesen des DDB-Chefs

Dienstag, 06. September 2011
Tonio Kröger
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Tonio Kröger DDB Facebook Werbungtreibende Trampelpfad


Tonio Kröger, Deutschlandchef der DDB Group, appelliert an Agenturen, Werbungtreibende und Dienstleister, sich schnellstmöglich auf die neue Kommunikationswelt einzustellen. War die soziale Kommunikation "in der Steinzeit nur ein Trampelpfad", so sei sie in Zeiten von Facebook &Co ein offener Raum, der weder zeitlich noch örtlich begrenzt ist. "Wir werden sehen, wie uns das alles überholt und einholt. Vielleicht sind wir ein kleines Stück vor der Welle", sagte Kröger. Um in dieser Welt effektive Marketingkommunikation zu betreiben, stellte er auf der Medienwoche im Rahmen der IFA seine 4 Thesen vor.

These 1: Die Grenzen in der Kommunikation lösen sich grundlegend auf

Die Arbeitsstrukturen in Agenturen und Unternehmen müssen geändert werden. Zum Beispiel mache eine Aufteilung in PR und Social-Media-Kommunikation keinen Sinn mehr. "Das Silodenken ist gefährlich", so Kröger. Klassische Werbung und Digitalabteilungen sollten verschmelzen - und zwar schnell. "Wer sich nicht schnell genug anpasst, wird schnell überholt", warnt der Manager. In den alten Strukturen zu verharren hemme nur angesichts der strategischen Herausforderungen vor denen Dienstleister und Kunden derzeit stehen. "Wir als Agentur müssen mehr darüber wissen, wie Konsumenten sich künftig über Produkte und Leistungen austauschen werden."

These 2: Relevanz wird zum entscheidenden Faktor

Modernes Storytelling funktioniert im Kern auch nicht anders, als bei Steinzeitmenschen, die sich um ein Feuer in ihrer Höhle versammelten, um spannende Geschichten zu hören. Entsprechend gut müssten die Kommunikationsinhalte auf den einzelnen Empfänger abgestimmt sein. "Die reine Unterbrecherwerbung ist vorbei", so Kröger. Umso aktiver die Konsumenten in die Kommunikation eingebunden werden, um so stärker kann die Relevanz für jeden Einzelnen sein.

These 3: Unternehmen müssen sich auf die gestiegene Macht der Konsumenten einlassen

Die Unternehmen sollten sich offener und ehrlicher mit ihren Fehlern auseinandersetzen. Das Tempo, mit dem Verfehlungen aufgedeckt werden, steigt - und auch das Tempo in dem sie verbreitet werden. Umgekehrt haben die Käufer die Möglichkeit, sich in den sozialen Medien mit hunderten, wenn nicht tausenden anderen Menschen über Produkte und Erfahrungen mit Unternehmen auszutauschen. "Die Konsumenten nehmen die Macht an und sie leben sie aus", warnt er.

These 4: Die Grenzen zwischen Kommunikation und Vertrieb verschwimmen

Auf ein und derselben Plattform im Internet werden mittlerweile Käufe getätigt und Bewertungen abgegeben. Aber noch werden die Konsumenten im virtuellen Raum zu häufig allein gelassen, kritisiert Kröger. "Das ist wie ein Autohaus ohne Verkäufer." Daher müsse es zu einem Schulterschluss zwischen Kommunikation und Vertrieb kommen. pap
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