Titanium & Integrated: Jung von Matt gewinnt Bronze / Grand Prix für R/GA und Nike

Samstag, 23. Juni 2012
Nach Media-Gold holt JvM mit "Stones Telling Stories" einen bronzenen Integrated-Löwen
Nach Media-Gold holt JvM mit "Stones Telling Stories" einen bronzenen Integrated-Löwen

Jung von Matt macht es wieder: Wie im Vorjahr geht der einzige deutsche Löwe in der Königskategorie Titanium & Integrated  an die Agenturgruppe von Jean-Remy von Matt und Holger Jung. Diesmal bekommt Jung von Matt Integrated-Bronze mit ihrer Kampagne "Stones Telling Stories" für den Künstler Gunter Demnig. Die Arbeit hatte bereits Gold in der Sparte Media eingeheimst. Damit holt Deutschland seinen bislang dritten Löwen in dieser wichtigsten Kategorie. Den ersten Löwen bekam 2009 Heimat (Kunde: Hornbach). Allerdings gab es auch Kritik an der deutschen JvM-Arbeit. In der Jury wurde diskutiert, inwiefern die Agentur hier überhaupt eine Leistung erbracht hat. Denn Fakt ist: Die goldenen "Stolpersteine" von Demnig zum Gedenken an Holocaust-Opfer gibt es bereits seit 1997. Damals wurde der erste Stein in Berlin-Kreuzberg verlegt. Die Juroren entschieden aber, dass das Projekt mit der digitalen Verlängerung durch die Kampagne wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt ist und daher einen Bronze-Löwen verdient hat. Als einzige Arbeit aus Deutschland hatte es noch "The Invisible Drive", ebenfalls von Jung von Matt, auf die Shortlist geschafft. Sie war den Juroren jedoch keinen Löwen wert.

Insgesamt vergab die Jury um den Vorsitzenden Rob Reilly, Worldwide Chief Creative Officer bei Crispin Porter + Bogusky, 19 Löwen. Neben einem Grand Prix in der Kategorie Titanium gibt es vier weitere Titanium-Löwen (diese werden nicht in Gold, Silber und Bronze unterteilt) sowie zwei Integrated-Trophäen in Gold, fünf in Silber und sieben in Bronze. Auf die Vergabe eines Grand Prixs in der Sparte Integrated hat die Jury verzichtet.



Der Titanium-Grand-Prix geht in diesem Jahr an die Agentur R/GA für "Nike+ Fuelband", die auch Integrated-Gold gewinnt und zudem unter anderem bereits den Grand Prix in der Sparte Cyber holte. Die Arbeit sei ein "Game-Changer", so Reilly. Sie sei zukunftsweisend, zeige, wie man mit einem Produkt Massen begeistern und zu mehr Bewegung animieren kann. Mit dem Fuelband bringen der Sportartikler und seine Digitalagentur erneut Bewegung im Markt der sogenannten Connecting Products, den sie vor Jahren mit Nike+ revolutionierten. Mit der neuen schrittzählenden Technologie, die im Fuelband steckt, betrete Nike den Massenmarkt, verändere die Beziehung zwischen Konsument und der Marke und nehme einen relevanten Part im Alltag der Nutzer ein, so der Jurychair.

Dass der Grand Prix an Nike und R/GA geht, dürfte Werbelegende Dan Wieden, Co-Gründer und Kreativchef von Wieden+Kennedy, mit einem lachenden und einen weinenden Auge sehen. Auf seine Initiative hin wurde 2003 die Titanium-Kategorie eingeführt. Nike ist weiterhin Stammkunde von W+K. 2007 jedoch vergab Nike den Etat für die Einführung von Nike+ an die Digitalspezialisten von R/GA um Agenturgründer Bob Greenberg.

Bei der Preisvergabe erhöht sich die Quote der in einen Löwen verwandelten Einreichungen mit 3,7 Prozent geringfügig (2011: 3,3 Prozent). Dominiert wird die Sparte Titanium & Integrated wie in den Vorjahren von den USA mit einem Titanium-Grand-Prix und zwei Titanium-Löwen. Außerdem gewinnt das Land beide goldenen Integrated-Löwen (R/GA "Nike+ Fuelband und Droga5 "Day One" für Prudential Financial), zweimal Silber und einmal Bronze. Großbritannien und Japan folgen mit jeweils zwei Statuetten. Insgesamt können zwölf verschiedene Länder in diesem Wettbewerb punkten. jm
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