Ströbel verliert den Mediaetat der Telekom

Mittwoch, 21. Juni 2000

Eine explosive Agenturmischung wird wohl in Zukunft den Mediaetat der Deutschen Telekom betreuen. Dem Vernehmen nach soll der Einkauf der Werbeplätze für den Telekommunikationsanbieter komplett bei dem derzeitigen Marktführer Mediacom in Düsseldorf gebündelt werden. Für die Mediaplanung und -beratung sollen hingegen schon bald die Frankfurter Agenturen Mindshare und Universal McCann verantwortlich sein. Insider gehen davon aus, dass die Verträge mit dem neuen Agentur-Dreigestirn in zwei bis drei Wochen unter Dach und Fach sind. Damit verliert Jürgen Ströbels Düsseldorfer Mediahaus MQI endgültig den seit Monaten schwelenden Konflikt um den rund 400 Millionen Mark schweren Mediaetat des Bonner Telekommunikationsriesen, den MQI seit November 1995 betreut. Schon Anfang des Jahres kündigte Kommunikationsdirektor Jürgen Kindervater an, dass der Mediaetat der Telekom inzwischen zu groß sei und deshalb auf mehrere Schultern verteilt werde. Außerdem verlautbarte er bereits zu diesem Zeitpunkt, dass "später auch eine dritte Mediaagentur mit von der Partie sein kann". Dennoch will Kindervater die derzeit kursierenden Gerüchte über das neue Agentur-Triumvirat nicht öffentlich kommentieren, obwohl eine "interne Entscheidung schon lange getroffen wurde". Die einst so hoch gelobte Zusammenarbeit zwischen Ströbel und Kindervater erkaltete etappenweise. Im Februar hieß es noch, dass sich MQI den Telekom-Etat mit Universal McCann teilen werde.
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