Strenge Radio-Jury vergibt fünf Bronze-Lions für Deutschland

Mittwoch, 23. Juni 2010
Begehrt: Der goldene Radio Lion
Begehrt: Der goldene Radio Lion

Nachdem die deutschen Kreativschmieden im vergangenen Jahr leer ausgegangen sind, gibt es in diesem Jahr fünf Löwen zu bejubeln. Grabarz & Partner kann sich über zwei bronzene Statuetten freuen. Der Spot „Dog Radio" für den Kunden Galaxxy Pet Food hat in unterschiedlichen Subkategorien überzeugt. Scholz & Friends, Hamburg, DDB Berlin und BBDO Düsseldorf können je einen bronzenen Löwen mit nach Hause nehmen. DDB punktete mit dem Spot „Car Chase" für den VW Golf 6, Scholz & Friends sicherte sich die Trophäe mit der Arbeit „Tattoo" für Doppelherz (Kunde: Queisser Pharma), die bereits bei den Clio-Awards Bronze gewann. BBDO überzeugt mit „Donate" für die Christoffel Blindenmission.

Mit dieser Ausbeute können die Agenturen 50 Prozent ihrer Arbeiten, die es auf die Shortlist geschafft hatten, veredeln. Im Nationenranking liegt Deutschland damit auf dem vierten Platz. Spitzenreiter sind die USA mit neun Löwen (fünf davon in Gold), Australien gewinnt sechs und Südafrika fünf. Insgesamt hat die Radio-Jury 55 Auszeichnungen vergeben: zehnmal Gold, zwölfmal Silber und 33 Mal Bronze.

Auf die Vergabe eines Grand Prix hat die Jury verzichtet. „Es war hart, überhaupt einen Goldlöwen zu gewinnen. Wir als Jury waren sehr streng", sagt Jurypräsident Paul Lavoie, Chairman von Taxi. Das unterstreicht auch das deutsche Jurymitglied Tom Hauser. „Eine Platzierung auf der Radio-Shortlist ist bereits viel wert. Sehr viele meiner favorisierten Kampagnen haben noch nicht einmal die Vorausscheidung überstanden", so der Creative Director von Grabarz & Partner, Hamburg. Potenzial für den Best-of-Show-Award habe die Kampagne des kolumbianischen Roten Kreuzes besessen. Da es sich bei den Spots von Leo Burnett in Bogotá jedoch um eine Charity-Kampagne handelt, hat der Auftritt "nur" Gold gewonnen.

Der Trend in der Radiowerbung geht für Hauser in Richtung digitale Verlinkung: „Radio gehört zu einer 360-Grad-Kampagne unbedingt dazu." Das werde auch dadurch verdeutlicht, dass immer mehr Arbeiten mit einem Kampagnenvideo vorgestellt beziehungsweise erklärt werden müssten. Zudem habe der Einfluss der verschiedensten Endgeräte für den Radiokonsum positive Auswirkungen auf die Kreation.

Dass die Fußball-WM auch bei den Kreativen in Cannes ein großes Thema ist, hat im Übrigen die Pressekonferenz heute Nachmittag gezeigt, auf der die Gewinner vorab bekannt gegeben wurden. Diese hat das südafrikanische Jurymitglied Ivan Johnson akustisch mit einer Vuvuzela eröffnet. jm
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