Strafprozess gegen Heinrich Kernebeck beginnt im Dezember

Dienstag, 06. November 2012
Ex-Carat-Manager Heinrich Kernebeck
Ex-Carat-Manager Heinrich Kernebeck

Die juristische Aufarbeitung der Causa Ruzicka geht weiter. Nachdem vorige Woche das Landgericht Wiesbaden die früheren Chefs der Agentur ZHP in einem Zivilprozess dazu verurteilt hat, 2,5 Millionen Euro an Aegis Media zu zahlen, gerät nun die strafrechtliche Seite der Untreue-Affäre wieder in den Blickpunkt. Wie ein Gerichtssprecher bestätigt, beginnt am 5. Dezember der Strafprozess gegen den früheren Carat-Geschäftsführer Heinrich Kernebeck. Er war 2007 zunächst zusammen mit seinen inzwischen verurteilten ehemaligen Aegis-Kollegen Alexander Ruzicka und David L. angeklagt worden. Das Landgericht Wiesbaden hatte es allerdings abgelehnt, die Hauptverhandlung gegen Kernebeck zu eröffnen. Nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft entschied das Oberlandesgericht Frankfurt Anfang 2009, die Anklage gegen ihn doch zuzulassen.

Kernebeck, der als Bindeglied von Aegis Media in politische Kreise galt und unter anderem die CDU auf Bundes- und Landesebene betreute, wird der gewerbsmäßigen gemeinschaftlichen Untreue beschuldigt. Er soll nach Erkenntnissen der Staatswanwaltschaft daran beteiligt gewesen sein, seinen früheren Arbeitgeber Aegis Media um Millionensummen zu prellen. Der Mediamanager war unter anderem als Geschäftsführer einer Firma eingetragen, über die Gelder aus dem Vermögen von Aegis Media abflossen.

So erhielt die Objektgesellschaft Haideweg 14, die als Bauherr für eine Villa in der gleichnamigen Wiesbadener Straße diente und in die Kernebeck einziehen sollte, Zahlungen von der Agentur ZHP - für Beratungsleistungen in Südtirol und für die "Projektentwicklung Kulturhafen Mainz". Für die Verhandlung gegen Kernebeck sind zwei Prozesstage angesetzt. mam             
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