Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Volker Hoff ein

Mittwoch, 12. Dezember 2012
Volker Hoff
Volker Hoff

Das ging fix: Erst vor einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft Wiesbaden bestätigt, dass sie ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren ZHP-Chef und ehemaligen hessischen CDU-Landesminister Volker Hoff eingeleitet hat - wegen leichtfertiger Geldwäsche. Jetzt ist alles schon wieder vorbei, wie ein Sprecher der Behörde mitteilt. Das Verfahren sei "mangels hinreichenden Tatverdachts" eingestellt worden. Im Rahmen des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens habe Hoff "bei Anwendung der strafprozessualen Beweisregeln nicht nachgewiesen werden können, dass er wusste, billigend in Kauf nahm oder auch nur leichtfertig pflichtwidrig nicht erkannte, dass die Kommerzialisierungsgewinne beim Rückfluss der Gelder nicht der Firma Aegis zugute kamen, sondern in das Privatvermögen anderer Verfahrensbeteiligter flossen", so die Staatsanwaltschaft.

Das Landgericht Wiesbaden hatte im Zivilverfahren gegen Hoff und seinen früheren Geschäftspartner Reinhard Zoffel einen anderen Eindruck gewonnen und die beiden wegen leichtfertiger Geldwäsche zu einer Zahlung von 2,5 Millionen Euro an Aegis Media verurteilt. Über ihre frühere Agentur ZHP war ein Teil des von Aleksander Ruzicka bei seinem damaligen Arbeitgeber Aegis Media veruntreuten Geldes abgeflossen.

Bemerkenswert an der jetzigen Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Hoff ist noch etwas anderes: Die entsprechende Verfügung wurde bereits am 30. November fertiggestellt, also einige Tage bevor die Staatsanwaltschaft offiziell bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Hoff eingeleitet wurde - ohne auf die Einstellung hinzuweisen. Dies begründet Sprecher Klaus Schulte so: "Die Nachweise, dass die Zustellung der Einstellungsverfügung an die Beteiligten schon erfolgt sei, lag zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vor." Es sei aber Pressepolitik der Staatsanwaltschaft Wiesbaden, dass Verfahrensbeteiligte Einleitung oder Abschluss von Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft selbst, nicht aber über die Presse erfahren sollen. Laut Schulte betrifft die Einstellung übrigens nicht die Ermittlungen gegen Zoffel.

In dem Strafverfahren gegen den früheren Carat-Manager Heinrich Kernebeck zeichnet sich unterdessen ein Urteil ab. Nach einem "Rechtsgespräch", das der Verständigung zwischen den Prozessbeteiligten dient, steht eine Bewährungsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren und eine Geldbuße von nicht mehr als 50.000 Euro im Raum - wegen Beihilfe zur Untreue. mam  
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