Springer & Jacoby dockt bei True North an

Montag, 11. September 2000

Was lange währt, wird endlich gut. Am Freitag hat Springer & Jacoby den Vertrag mit True North unterzeichnet. Die amerikanische Holding, zu der die Agenturgruppe FCB Worldwide, das PR-Network BSMG und die Marketing-Services-Gruppe Marketing Drive zählen, hat sich mit 35,5 Prozent an der inhabergeführten deutschen Agentur beteiligt. Zunächst eine Minderheitsbeteiligung, die allerdings vom Jahr 2003 an sukzessive auf eine Mehrheitsbeteiligung (51 Prozent) aufgestockt werden soll. Im Vertrag ist jedoch verankert, dass S&J die Kontrolle über das eigene Agenturreich behält: Im Aufsichtsrat bekommt S&J deshalb zwei Sitze, während True North einen Sitz erhält. Ausschlaggebend für Springer & Jacoby, sich mit der amerikanischen Holding zu verbändeln, war denn auch das spezifische Beteiligungsmodell. Es soll gewährleisten, dass die Stimmenmehrheit und die Unternehmensbeteiligung der führenden S&J-Köpfe erhalten bleiben. Um ihre internationale Anbindung zu gewährleisten, hatte Springer & Jacoby mehr als anderthalb Jahre mit potentiellen Holding-Partnern wie Omnicom verhandelt. Selbst WPP hatte Interesse an dem deutschen Agenturjuwel angemeldet. Für True North spricht in erster Linie der gemeinsame Kunde Daimler-Chrysler. Die Vorteile für S&J liegen ebenso klar auf der Hand wie die für True North: Springer & Jacoby haben nach zähen Verhandlungen einen Partner gefunden, der der deutschen Agenturgruppe ihre eigene Selbstständigkeit auf Dauer zusichert, aber ausreichend Synergieeffekte in allen Servicebereichen bietet. True North wiederum, die im Moment mit der Verschmelzung von FCB und Bozell genügend zu tun haben, darf sich mit der zurzeit wohl begehrtesten Agenturperle im deutschen Markt und damit mit einem zweiten Agenturnetz am Standort Deutschland schmücken. Weiterer Schritt des S&J-Management für die Sicherung einer internationalen Ausrichtung: Der Ausbau der eigenen Marke in den wichtigsten internationalen Märkten. Neben dem Büro in London sollen zwei weitere in Barcelona und Italien hinzukommen.
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