Sixt-Kampagne: Latzhosen-Pirat ist "nicht begeistert"

Donnerstag, 19. April 2012
Gerwald Claus-Brunner kritisiert das Sixt-Motiv mit seinem Konterfei
Gerwald Claus-Brunner kritisiert das Sixt-Motiv mit seinem Konterfei


Gerwald Claus-Brunner ist Abgeordneter der Piratenpartei und seit neuestem auch (unfreiwilliges) Testimonial für die Autovermietung Sixt. Der stets mit Kopftuch und Latzhose bekleidete Politneuling ist allerdings nicht ganz so entspannt, wie er ansonsten rüberkommt: Die Sixt-Kampagne aus der Feder von Oliver Voss findet Claus-Brunner nämlich gar nicht witzig.
Über eine Sprecherin ließ Claus-Brunner ausrichten, dass er über die Kampagne "nicht begeistert" sei, berichtet das Nachrichtenportal "Der Westen". Weder sei er im Vorfeld über die Kampagne informiert worden, noch habe man ihn um Erlaubnis gefragt, sein Bild zu verwenden. Was den Piraten allerdings richtig stört ist vermeintliche Manipulation: Neben seinem Palästinensertuch, das er um seinen Kopf gebunden hat, trägt Claus-Brunner stets eine Kette mit einem Davidsstern um den Hals. Claus-Brunner hatte sich das jüdische Symbol einst als "Ausgleich" angelegt, weil er vom Zentralrat der Juden in Deutschland wegen seines Kopftuches kritisiert worden war.

Auf dem Sixt-Motiv ist der Davidstern jedoch nicht zu sehen. Claus-Brunner behauptet nun, dieser sei nachträglich entfernt worden. Sixt bestreitet das: Gegenüber "Der Westen" sagte ein Sprecher, auf dem verwendeten Bild habe Claus-Brunner keinen Davidsstern getragen. Und auch die anderen Vorwürfe sieht man gelassen: "Claus-Brunner ist Pirat. Er sollte es aushalten, dass wir sein Bild verwenden."

Rechtliche Schritte will Claus-Brunner nach eigenen Aussagen nicht einlegen. Er wisse weder, was der Streitwert sein solle noch, wie die Piratenpartei von einem Rechtstreit profitieren könne. Nur "Anwälte fett zu machen" sei nicht sein Ziel, so Claus-Brunner via Twitter. ire
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