Serviceplan sieht Mängel beim Modemarketing

Mittwoch, 02. September 2009
Ronald Focken, Serviceplan
Ronald Focken, Serviceplan

Die Modebranche hat in puncto Marketing noch erheblichen Nachholbedarf. Diese Ansicht vertrat der Geschäftsführende Gesellschafter der Agenturgruppe Serviceplan Ronald Focken auf dem Modemarketing-Kongress in Frankfurt am Main. Die Werbung der Labels sei zwar in der Regel schön anzusehen, es gebe aber vielerorts noch große konzeptionelle Mängel. "Man muss sich auch mal eine Strategie ausdenken und diese dann durchhalten", sagt Focken. Außerdem vermisst er eine "bewusste Auseinandersetzung mit neuen Themen wie dem Internet". Stattdessen bestehe das Modemarketing meistens nur aus einem Dreiklang aus Anzeigen, PoS-Aktionen und Leaflets. "Das reicht nicht", sagt Focken.

In der Folge werde bei Studien 90 Prozent der Modewerbung den falschen Marken zugeordnet. In der Konsumgüter- und Autoindustrie lägen die Werte bei nur 40 bis 50 Prozent. Grund für das schlechte Abschneiden der Modewerbung sei der ständige Wechsel der Kollektionen, die eine Kontinuität im Marketing erschwere. Als Gegenmittel empfiehlt Focken unter anderem E-Mail-Newsletter, Coupons und PoS-Aktivitäten, die auch für kleine Händler erschwinglich seien. "Mit kleinen Budgets können Sie mehr erreichen als sonst", so der Agenturchef weiter. Überhaupt sei die Zeit ob der Rezession und der damit verbundenen Werbeflaute ideal, um Verpasstes nachzuholen: "Es war noch nie zuvor möglich, mit so wenig Geld eine Markenkommunikation aufzubauen."

Der Modemarketing-Kongress fand bereits zum vierten Mal statt. Veranstalter waren die Fachtitel HORIZONT und TEXTILWIRTSCHAFT sowie The Conference Group. Alle drei Unternehmen gehören zum Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main. Der Kongress stand unter dem Motto "Emotional Brand Building".

Rund 180 Teilnehmer informierten sich in Vorträgen über Themen wie Modekommunikation im digitalen Zeitalter, Multichannel-Kommunikation, Strategic Storytelling das Engagement von Mercedes-Benz in der Modebranche. Referenten waren unter anderem Neue-Digitale-Chef Andreas Gahlert, Anders Sundt Jensen (Mercedes-Benz Cars), "Vogue"-Chefredakteurin Christiane Arp und Markus Rachals, Head of Brand Marketing bei Adidas. brö
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