Serviceplan knackt eigene Rekordmarke

Donnerstag, 09. August 2012
Serviceplan-Chef Florian Haller
Serviceplan-Chef Florian Haller

Deutschlands größte inhabergeführte Agenturgruppe bleibt weiter im Höhenflug. Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr durchbricht Serviceplan zum ersten Mal die Grenze von 200 Millionen Euro Honorarumsatz. Die Holding konnte fast 19 Prozent auf 203 Millionen Euro zulegen. Das ist ein deutlich höherer Zuwachs als im März für das Ranking gemeldet wurde – und liegt in etwa um Faktor drei über dem vom Agenturverband GWA ermittelten Branchenschnitt von 6,4 Prozent. Zum Vergleich: Mit dem jetzt erzielten absoluten Wachstum von 32 Millionen Euro addiert Serviceplan innerhalb eines Jahres das Volumen einer Gruppe wie Fischer-Appelt – immerhin Nummer 4 der Inhaberagenturen. Den Unterschied zwischen den im Frühjahr und aktuell gemeldeten Kennziffern begründet Hauptgeschäftsführer Florian Haller mit der Abweichung von Geschäfts- und Kalenderjahr sowie damit, dass bei den Zahlen für das Geschäftsjahr auch die Auslandsumsätze enthalten sind. Diese machen inzwischen rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Zuwachs der einzelnen Labels im Vorjahresvergleich (zum Vergrößern anklicken)
Zuwachs der einzelnen Labels im Vorjahresvergleich (zum Vergrößern anklicken)
Die überaus positive Gesamtentwicklung erklärt Haller mit drei Faktoren: Effizienz des integrierten Agenturmodells, Wachstumsimpulse durch das Auslandsgeschäft sowie Innovation. Hinzugekommen sind Mandate von neuen oder bestehenden Auftraggebern wie ADAC, BMW, Continental, Deutsche Bahn, Lufthansa, Media-Markt und Siemens. Zugelegt hat die Gruppe in allen Unternehmensbereichen, auch in der klassischen Werbung. Dennoch schrumpfen die unter der Stammmarke Serviceplan geführten Agenturen um etwa 10 Prozent auf ein Honorarvolumen von 65 Millionen Euro. Grund für den Rückgang ist die Ausgründung des Produktionsbereichs Serviceplan Solutions.

Mit 32 Prozent des Gesamtumsatzes erzielen die Serviceplan-Agenturen aber nach wir vor den Hauptteil des Gruppenumsatzes. Dicht dahinter liegen die Firmen der Digitalmarke Plan.Net. Sie trägt inzwischen 29 Prozent zum Gesamtumsatz bei und konnte das Honorarvolumen um mehr als 40 Prozent auf nunmehr 61 Millionen Euro steigern. Die Mediaagenturgruppe Mediaplus kommt auf einen Honorarumsatz von 45 Millionen Euro (plus 9 Prozent) und erzielt 22 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Rest entfällt unter anderem auf die Töchter Facit (Marktforschung) und Saint Elmo's (integrierte Kommunikation), die zusammen auf einen Honorarumsatz von 18 Millionen Euro kommen.

Anteile der Labels am Umsatz (zum Vergrößern anklicken)
Anteile der Labels am Umsatz (zum Vergrößern anklicken)
Nicht ganz so erfreulich ist dagegen die Entwicklung der Rendite. Hier hat Serviceplan Federn lassen müssen, bewegt sich laut Auskunft von Gruppenchef Haller aber weiterhin im zweistelligen Bereich. "Auch wir können uns nicht dem allgemeinen Trend entziehen, dass Kunden die Honorare reduzieren beziehungsweise mehr Leistung fürs gleiche Geld erwarten. Etwas anderes zu behaupten, wäre geschwindelt", sagt Haller. Erstaunlich: Trotzdem konnte Serviceplan den Pro-Kopf-Umsatz noch einmal um 3000 auf nunmehr 149.000 Euro steigern – und das mit 16 Prozent mehr Mitarbeitern. Aktuell beschäftigt die Gruppe 1360 Festangestellte.

Für das neue Geschäftsjahr peilt die Serviceplan-Holding einen Umsatzzuwachs von 5 Prozent an. "Dieses Ziel zu erreichen, wird angesichts der aktuellen Verunsicherung in der Wirtschaft nicht einfach", sagt Haller. Auswirkungen der Finanzkrise seien zwar bislang noch nicht bei Serviceplan angekommen, man merke aber, dass die Kunden zurückhaltender planen. Dennoch blickt er verhalten optimisch in die Zukunft. mam
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