Serviceplan gewinnt den Dialogetat von Lufthansa

Mittwoch, 07. November 2012
Lufthansa entscheidet sich für das Team von Serviceplan One
Lufthansa entscheidet sich für das Team von Serviceplan One

Ende einer Ära: Nach elf Jahren Zusammenarbeit mit Wunderman hat sich Lufthansa für eine neue Dialogmarketingagentur entschieden. Nach Informationen von HORIZONT.NET übernimmt die Münchner Agenturgruppe Serviceplan Anfang 2013 das millionenschwere Budget. An dem Pitch hatten neben dem Etathalter auch die Agenturen GKK und Jung von Matt teilgenommen. Eine offizielle Bestätigung für die Vergabe an Serviceplan gibt es derzeit weder von Kunden- noch von Agenturseite. Gleichwohl teilt Lufthansa mit, dass die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Etathalter nicht fortgesetzt wird und man sich für einen neuen Dialogagenturpartner entschieden hat. Dessen Name werde zeitnah kommuniziert, so ein Sprecher. Auch bei Serviceplan hält man sich bislang bedeckt. Dennoch kann als sicher gelten, dass die Agentur mit ihrem Ableger Serviceplan One unter Führung von Sandro Götz den gesamten Dialogetat der Airline übernehmen wird.

Der aktuelle Betreuer Wunderman war seit 2001 für Lufthansa tätig. Seitdem wurde der Etat zweimal verteidigt, jetzt muss man das Mandat abgeben. "Wir gratulieren dem neuen Etathalter zum Gewinn des Accounts, bedanken uns bei Lufthansa für eine erlebnisreiche Reise und freuen uns gleichzeitig über die Möglichkeit, unser kreatives Potenzial jetzt weiterentwickeln und uns neuen Aufgaben stellen zu können", sagt Ricardo-José Vybiral, CEO Wunderman Germany & Austria. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in diesem Bereich könnte die WPP-Tochter in der Tat interessant für andere Fluggesellschaften sein.

Wie sich der Etatverlust finanziell auswirkt, will Vybiral nicht näher erläutern. Nur so viel: "Natürlich schmerzt solch ein Verlust, er wird uns aber nicht aus der Bahn werfen." Lufthansa zählt zu den wichtigsten Kunden der Agentur, das Geschäftsvolumen mit Auftraggebern wie Microsoft und Ford dürfte aber noch größer sein. Unklar ist bislang, ob und in welcher Höhe Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Man werde versuchen, den betroffenen Kollegen freie Stellen in Deutschland oder im internationalen Netzwerk anzubieten, so Vybiral. Insgesamt beschäftigt die Wunderman-Gruppe hierzulande knapp 400 Mitarbeiter.

Über die Gründe für die Entscheidung von Lufthansa lässt sich nur spekulieren. Offenkundig ist, dass sich der Konzern in einer Umbruchphase befindet. Womöglich soll der Veränderungswille auch durch einen Neuanfang bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern dokumentiert werden. Inwieweit wirtschaftliche Gründe, sprich die Konditionen, ausschlaggebend waren, lässt sich ebenfalls nur mutmaßen. Fakt ist: Der Konzern hat ein milliardenschweres Sparprogramm aufgelegt.

In der klassischen Werbung arbeitet Lufthansa seit Anfang dieses Jahres mit der Hamburger Agentur Kolle Rebbe zusammen. Vorheriger Etathalter war McCann. mam       
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