Seehofer will TV-Alkoholwerbung beschränken

Dienstag, 07. April 1998

Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer will die Werbung für alkoholische Getränke aus Jugendschutzgründen rund um Sportsendungen abschaffen. Von entsprechenden Plänen in Ministerium hat jetzt der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) erfahren, der sich erneut energisch gegen "dirigistische Eingriffe" in den Wettbewerb wendet. "Eine Erosion der Selbstverantwortung der Werbebranche", befürchtet Jürgen Schrader, Vorsitzender des vom ZAW 1972 gegründeten Deutschen Werberates. DasMinisterpapier soll nach den Informationen des ZAW für einen "freiwilligen" Verzicht auf Alkoholwerbung im Umfeld von TV-Sportsendungen plädieren. Der Deutsche Werberat, bisher selbstdiziplinäre Instanz der Branche, soll zu einem proportional zu den gesellschaftlichen Gruppen besetzten Gremium umgebaut werden, das im Falle von Verstößen gegen Verhaltensregeln des Deutschen Werberates schärfere Sanktionen wie beispielsweise Geldbußen verhängen können soll. Der Deutsche Werberat wehrt sich gegen den Mißbrauch der freiwilligen Selbstverpflichtung. "Freiwillige Verhaltensregeln werden von der Politik als Einstieg in den Ausstieg der Werbung von Branchen mißbraucht", kritisierte Schrader mit Verweis auf das bevorstehende Verbot der Tabakwerbung in der EU. Das Bundesgesundheitsministerium wollte die Pläne von Bundesminister Seehofer weder dementieren noch bestätigen.
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