Scientology als "No-Go": GWA warnt Agenturen vor Pitch-Teilnahme

Donnerstag, 07. Februar 2013
GWA-Chef  Lothar Leonhard appelliert an die Mitglieder
GWA-Chef Lothar Leonhard appelliert an die Mitglieder

Die von Scientology in Deutschland geplante Imagekampagne und die dazugehörige Agentursuche sorgen weiter für Gesprächsstoff. Jetzt schaltet sich der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA ein. In einem Schreiben an alle Mitgliedsfirmen betont Präsident Lothar Leonhard, „dass eine Zusammenarbeit mit solchen Organisationen mit dem Selbstverständnis des Verbands nicht zu vereinbaren ist“. Der Vorstand geht davon aus, dass dies auch die Überzeugung aller Mitglieder sei und Scientology keinen Erfolg haben werde, eine GWA-Agentur zu gewinnen. Ob beziehungsweise mit welchen Konsequenzen Mitgliedsfirmen zu rechnen haben, die dennoch versuchen, mit Scientology ins Geschäft zu kommen, ist für Leonhard im Augenblick kein Thema. „Wir gehen davon aus, dass keine GWA-Agentur sich um dieses Mandat bewirbt. Deshalb gibt es derzeit auch keine weiteren Überlegungen“, so der Verbandschef.

Das aktuelle Statement in Sachen Scientology sei eines zum gesellschaftlichen Selbstverständnis des Verbands. Der Appell an die Mitglieder richte sich an deren Solidarität in dieser Haltung. Die Agentursuche von Scientology und die Planungen für eine bundesweite Imagekampagne waren in der vergangenen Woche durch einen Bericht von HORIZONT (Ausgabe 5/2013) bekannt geworden. Laut Auskunft von Scientology wurden etwa 70 Agenturen angeschrieben.

Mit dem Werbeauftritt will sich Scientology in ein besseres Licht setzen. Das Mandat ist besonders heikel: Die Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet, wird nach wie vor vom Verfassungsschutz beobachtet. mam
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