Scholz & Friends-Manager Frank Bauer: "Alternative zur Sippenhaft"

Freitag, 17. Februar 2012
S&F-Manager Frank Bauer
S&F-Manager Frank Bauer

Immer mehr national aufgestellte Agenturen betreuen auch internationale Etats. Einige prominente Beispiele: Kolle Rebbe ist seit kurzem für die weltweite Werbung von Lufthansa zuständig. Grabarz & Partner steuert von Hamburg aus das internationale Mandat von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Grimm Gallun Holtappels kümmert sich um die werbliche Kommunikation von Paulaner in rund 70 Märkten. Und Scholz & Friends (S&F) entwickelt unter dem Label S&F OPC die europaweite Werbung für den Autobauer Opel - zusammen mit Partnern aus der WPP-Gruppe, zu der die Agentur seit Mitte 2011 gehört. S&F-Geschäftsführer Frank Bauer erklärt, was dabei den Unterschied zu den etablierten Networks ausmacht. Sie betreuen Opel in mehr als 30 Märkten, demnächst auch Vauxhall in Großbritannien. Was können Sie besser als die herkömmlichen Networks?
Der zentrale Unterschied ist, dass wir ein Netzwerk passgenau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten haben. Wir haben zusammen mit Opel die Agenturen aus der WPP-Welt ausgesucht, die am besten für die Aufgabe geeignet sind – und nicht solche, die zusammenarbeiten müssen, weil sie denselben Namen tragen. Mit unserem dritten Weg bieten wir eine echte Alternative zur Sippenhaft.

Kein Networkmanager würde sagen, dass es bei ihm keine passende und individuell ausgearbeitete Lösung für internationale Kunden gibt.
Das mag sein. Aber die Frage ist doch, wie ein solches Konstrukt gesteuert wird. Bei uns gibt es den Vorteil, dass alle Entscheidungsträger vor Ort in Hamburg sitzen. Man muss also nicht erst in London, New York oder Paris anrufen, um sich abzustimmen oder irgendwelche Freigaben einzuholen. Wir verbinden das Beste aus zwei Welten – die Abdeckung eines internationalen Networks mit den Entscheidungsstrukturen einer Inhaberagentur.

Klingt gut. Nur: Im Zweifel müssen Sie sich wohl doch mit WPP abstimmen.
Es gibt eine klare Vereinbarung mit WPP. Wir führen den Etat unter dem Label Scholz & Friends OPC, wir treffen die Personalentscheidungen und es gibt eine eigene Gewinn- und Verlustrechnung für diesen Etat.

Verstehen wir Sie richtig? Sie haben Durchgriff auf die Personalpolitik der anderen WPP-Agenturen in den einzelnen Märkten?
Wenn es um den Kunden Opel geht, ja. Natürlich stimmen wir uns eng mit den Kollegen vor Ort ab, aber die letzte Entscheidung liegt bei uns.

So richtig beliebt machen Sie sich damit bei den Agenturen vor Ort wahrscheinlich nicht, oder?
Die lokalen Manager stehen uns aufgeschlossen gegenüber. Sie haben ja auch etwas von der Zusammenarbeit – nämlich einen attraktiven Etat. Im Übrigen gilt: Die Möglichkeit durchzusteuern, ist ein Kann, kein Muss! Wenn die einzelnen Märkte gut laufen, haben sie viele Freiheiten. Wenn wir aber sehen, dass ein Markt aus dem Ruder läuft und sein eigenes Ding macht, dann greifen wir ein. mam 
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